Büffel und Wisente als natürliche "Landschaftspfleger"
Die zwei nah verwandten Arten halten Stauden und Büsche in Schutzgebieten kurz
Ein Züchter hat die amerikanischen Tiere nach Sachsen geholt
Rund um den Cospudener See bei Leipzig sorgen amerikanische Büffel für eine offene Landschaft. "Wir sind nach der ersten Saison mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagt Forstingenieur Andreas Sickert. "Viele Bodenbrüder haben sich angesiedelt - die Bisons stören die Vögel nicht." Die Biologen konnten Fasane, Stockenten, Schwarzkehlchen und Neuntöter nachweisen. "Das endgültige Ergebnis werden wir allerdings erst haben, wenn wir das Monitoring beendet haben."
"Wir haben uns für diese großen Pflanzenfresser entschieden, weil das zum einen eine billige Variante ist, zum anderen aber auch eine attraktive für die Besucher des Erholungsgebiets hier", so Sickert. "Wir hatten es zunächst mit Mähtechnik versucht, aber das ist zeitaufwendig und teuer gewesen." Die Tiere kommen von einem Züchter in der Nähe, der die Bisons aus Kanada importiert hat.
Landreitgras und Goldrute hatten die Landschaftsplanern einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil sie die offenen Ufer zugewuchert haben. "Diese sind auf Brachflächen sehr konkurrenzstark", weiß Biologe Karl Heyde. "Wenn wir diese Sukzession ein paar Jahre weiter hätten laufen lassen, hätten diese Arten dominiert und immer mehr andere Arten verdrängt."
Die Projektplaner haben sich für das amerikanische Bison und gegen das nah verwandte europäische Wisent entschieden, weil es ein Waldtier ist, aber gerade offene Landschaften gewünscht waren.
Wildrind aus der Steinzeit wird zum Landschaftsgärtner
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Dagegen soll das Wisent, ein Wildrind aus der Steinzeit, beim Schutz und der Wiederaufbereitung des Donaumoors helfen. Der zwei Meter schulterhohe und eine Tonne schwere Wisent verzehrt 25 bis 30 Kilo Rinde und holzige Büsche pro Tag. Das unterscheidet das wilde Rind von seinem zahmen Artgenossen - Hausrinder fressen nur das Gras, Wisente verputzen auch härtere Kost und weiden auch unter dem Schnee. So halten sie Büsche und Bäume klein und geben dem Moor wieder eine Chance.
Das Moor wurde vor zwei Jahrhunderten trockengelegt, heute dient es hauptsächlich als Kartoffelanbaugebiet. Doch die Landschaft ist bedroht: Der Boden ist an manchen Stellen um mehrere Meter abgesackt, Erosion und Überschwemmungen schaden der Landschaft. Darum soll nun ein Teil des Donaumooses renaturiert werden, seinen ursprünglichen Moorcharakter wieder bekommen.
Das unterscheidet das wilde Rind von seinem zahmen Artgenossen - Hausrinder fressen nur das Gras, Wisente verputzen auch härtere Kost und weiden auch unter dem Schnee. So halten sie Büsche und Bäume klein und geben dem Moor wieder eine Chance. Doch ein einfacher Genosse ist der Wisent nicht: Das letzte frei lebende Exemplar wurde 1920 in Polen geschossen, seitdem überlebten die Urtiere nur in Zoos.
Nach ihrer Auswilderung leben wieder einige Herden in der Ukraine, dem Kaukasus, Polen und eine Gruppe im mecklenburgischen Naturschutzgebiet Damerower Werder. In Herden von 15 bis 20 Tieren streifen sie umher - und scheuen den Kontakt mit dem Menschen. Doch fühlen sich die Tiere provoziert - vor allem Kühe mit jungen Kälbern - greifen sie an.

Das letzte frei lebende Exemplar des Wisents wurde 1920 in Polen geschossen, seitdem überlebten die Urtiere nur in Zoos.

Urtiere als Landschaftspfleger in der Döberitzer Heide
Die Vorfahren der Hausrinder stammen aus Anatolien
Rind vor 8000 Jahren gezähmt
Gestatten, mein Name ist Rind
Neandertaler sammelten Haifischzähne und Korallen

05.09.2007, zuletzt aktualisiert am 13.01.2009 / db, mp
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