Jens Eisert lässt Photonenzwillinge kommunizieren
In der Quantenmechanik können sich Lichtteilchen miteinander verschränken
"Man kann Quantenlichtteilchen in spannende Zustände bringen, was technische Anwendungen haben kann wie Daten prinzipiell abhörsicher von einem Ort zum anderen übermitteln", erläutert Jens Eisert. Er befasst sich mit der Quantenphysik. "Wenn man die Nachricht abhören möchte, wird der Zustand verändert und man findet heraus, dass eingebrochen wurde. Bei der quantenmechanischen Verschränkung trifft ein Laserstrahl auf einen Kristall und erzeugt zwei identische Lichtteilchen."
Diese Zwillingsphotonen "wissen" voneinander. Verändert man den Zustand eines der beiden, reagiert das andere sofort - wie weit es auch entfernt ist. Quantencomputer stellen - wie gewöhnliche Computer auch - sämtliche Daten als Folgen von Einsen und Nullen dar.
Diese Informationen werden physikalisch jedoch nicht als "Strom ein - Strom aus" dargestellt, sondern als "Quantenzustand 1 - Quantenzustand 2". Diese Zustände werden durch das Energieniveau bei Ionen und Elektronen sowie durch die Polarisationsrichtung bei Photonen bestimmt. Dadurch lässt sich ein Vielfaches an Informationen verarbeiten, als es auf traditionellen Computern möglich wäre.
Jens Eisert wurde 1970 in Ludwigshafen geboren und studierte Physik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der University of Connecticut, USA. 2001 promoviert er über "Verschränkung in der Quanten-Informationstheorie" an der Uni Potsdam. Er forscht ebenso am "Imperial College of Science, Technology and Medicine" in London.
"Er ist mit Sicherheit der energiegeladenste Wissenschaftler, der mir so untergekommen ist", sagt sein Mitarbeiter Marcus Cramer. "Ich habe ihn noch nie müde erlebt, er sprüht über vor Ideen." Seine Partnerin Uta Simon meint, er könne in viele Richtungen denken. "Er ist auch bereit, die Denkrichtung zu wechseln."

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15.03.2007 / mp mit Material des idw
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