Bis zu 160 Milliliter an Tränen kann ein Mensch weinen
Besonders junge stillende Mütter sind wegen des Prolaktins nah am Wasser gebaut
Ein sentimentaler Mensch kann an einem sehr traurigen Tage seines Lebens maximal 160 Milliliter Tränen vergießen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen weinen Frauen im Schnitt sechs Mal häufiger als Männer. Unter ihnen sind besonders junge, stillende Mütter am weinerlichsten. Es befindet sich viel Prolaktin in ihrem Blut, ein Hormon, das die Bereitschaft zu weinen wesentlich erhöht. Tränen kommen aus den Tränendrüsen hinter den Augenlidern. Ein dichtes Netz von Blutgefäßen umgibt sie.
Wenn ein Fremdkörper an die Hornhaut gerät, registrieren die Rezeptoren sofort den Druck. Sie alarmieren umgehend das Gehirn. Von dort kommt ein Nervenimpuls zur Drüse: Am Nervenende kommt es zur Ausschüttung von Neurotransmittern - Stoffe, die auf die Wände der Drüse einwirken und sie durchlässig für Wasser machen. Die Flüssigkeit strömt so ins Innere der Drüse und von dort weiter ins Auge, um den Fremdkörper wegzuschwemmen.
Die Tränen fließen über zwei kleine Öffnungen in den Augenwinkeln, den Tränenpünktchen. Von dort aus gelangen sie über die Nase in den Rachen und werden verschluckt. Erst wenn ein relativ großer Fremdkörper ins Auge gerät, werden die Tränenpünktchen überschwemmt und man beginnt zu weinen. Bei chemischer Einwirkung wie durch Zigarettenrauch oder Zwiebeldunst werden nicht einzelne Areale, sondern die ganze Augen-Oberfläche irritiert. Alle Rezeptoren der Hornhaut registrieren den Reiz und alarmieren ununterbrochen das Gehirn. Das Gehirn antwortet darauf mit Signalen an die Drüsen, die darauf so viele Neurotransmitter freisetzen, dass sich alle möglichen Kanäle entlang der Drüsen öffnen.
Ruft man bei einem Menschen eine Mischung aus Angst, Wut, Verzweifelung und Hilflosigkeit hervor, so werden im für Emotionen verantwortlichen limbischen System des Gehirns bestimmte Hormone gebildet. Diese strömen in die Blutbahn und fließen durch den Körper und gelangen so zu den Tränendrüsen. Dort wirken die chemischen Emotionsboten auf die Zellmembranen der Tränendrüsen genauso wie Neurotransmitter.

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15.01.2007 / db
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