Flexibles Sozialleben lässt Striemengrasmaus überleben
Singles, Ehepaare, Vielweiberei sowie Klein- und Großfamilien treten in einer Art auf
Verhaltensforscher um Carsten Schradin von der Uni Zürich konnten im Afrika nachweisen, dass Striemengrasmäuse ihr Sozialverhalten an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen. Bei den Striemengrasmäusen gibt es viele verschiedene Lebensformen. Es gibt Singles, Ehepaare, Vielweiberei, Klein- und Großfamilien, liebevolle Väter und solche, die sich nach der Zeugung nicht mehr um ihre Kinder kümmern. Durch ihre soziale Flexibilität können sie sich an verändernde Umwelt anpassen und überleben.
Ist genug Nahrung vorhanden ist, lebt die Striemengrasmaus im Namaqualand bevorzugt in Großgruppen. Der Vorteil dieser Organisationsform besteht auch darin, dass sich so ergiebige Nahrungsquellen besonders gut verteidigen lassen. Wenn die Temperaturen von vierzig auf zehn Grad sinken, können sich die Mitglieder der Großfamilie gegenseitig wärmen.
Bei knapper Nahrung zahlt es sich dagegen für die Striemengrasmaus aus, als Einzelgänger umherzuvagabundieren. Es gibt dann deutlich weniger Mäuse im selben Gebiet, nur wenige alleinerziehende Mütter mit ihren Jungen. Für die Striemengrasmaus hat sich diese soziale Flexibilität bewährt. Deshalb ist sie das verbreitetste Säugetier in ganz Südafrika und besiedelt selbst extreme Lebensräume wie die Wüste im Namaqualand. Für den Verhaltensbiologen Schradin sind Mäuse deshalb so interessant, weil sie so nachtaktiv und scheu sind, dass sie sich normalerweise nicht beobachten lassen.
Dagegen beginnt die Aktivität der Striemengrasmäuse mit Sonnenaufgang und endet mit der Dämmerung. Diese Mäuseart passt sich gut an und verliert schnell die Scheu vor den Forschern. Deshalb weiß man nun auch mehr über das natürliche Verhalten der Striemengrasmaus als von irgendeiner anderen Mausart. Außerdem weisen die Tierchen die Besonderheit auf, dass ihre Kommunikation in der Kennenlernphase eines Paares im Ultraschallbereich stattfindet.

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24.01.2007 / mm
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