| Der Physiker Gerd Binnig | |||
| Ein Porträt des Nobelpreisträgers | |||
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"Mit zehn Jahren wollte ich schon Physiker werden", so erzählt Gerd Binnig, geboren 1947 in Frankfurt am Main. Wie so viele Entscheidungen in seinem Leben trifft der gebürtige Hesse sie aus dem Gefühl heraus. Zehn Jahre später studiert Binnig Physik. 29 Jahre später ist er Nobelpreisträger. 1986 erhalten Gerd Binnig und Heinrich Rohrer vom IBM Forschungslabor bei Zürich den Nobelpreis für Physik. Ihre Leistung war die Erfindung des Raster-Tunnelmikroskops - und das eröffnete die Welt der Atome, die Nano-Welt. Das Messprinzip: ein winziger Strom zwischen einer Mess-Spitze und der Probe dient als eine Art Echolot. Mit seiner Hilfe fährt die Spitze in immer gleichem Abstand über die Oberfläche. So manchen Versuch hat Gerd Binnig bei seinen Forschungen in den Sand gesetzt. | ||||||||||||
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Inzwischen jedoch können die Forscher mit Hilfe der Mikroskopspitze schon einzelne Atome bewegen. Das Ergebnis ist ein Höhenprofil - eine indirekte Abbildung der Atome. Doch wo viele Forscher schon verzweifeln wären, hat Binning sich erst richtig warm gespielt. Die Physik ist für ihn ein Spiel seit der Kindheit. Die Preisvergabe an Binning war ganz im Sinne Alfred Nobels, dem es laut Testament um den "Nutzen der Menschheit" ging. Denn aus der Erfindung des Tunnelmikroskops entwickelte sich ein ganzer Industriezweig und das Ende der Erfolgsgeschichte ist noch nicht abzusehen. Gerd Binnig hält sich für einen anwendungsorientierten Forscher, doch er hat auch keine Angst vor Visionen und Spekulationen. Vielleicht ist es diese Bandbreite von Kreativität, die seinen Erfolg möglich machte.
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Sein jetziges Forschungsziel: der Computer der Zukunft. Dabei will Gerd Binnig nicht die herkömmliche Silizium-Technologie verbessern, sondern sie ersetzen: sein Nanospeicher funktioniert nach einem ganz anderen Prinzip. Im Nanospeicher wird die Information nicht mehr magnetisch gespeichert, sondern mechanisch, in Form von winzigen Dellen. Die Spitzen kleiner Rasterkraftmikroskope drücken sie in einen Kunststoff. Die Nanotechnologie ist für Gerd Binnig die Wissenschaft der Zukunft. Das Spiel mit den Atomen wird die Wissenschaft revolutionieren, so der Forscher. Im Bereich Informatik will er selbst ins Schwarze treffen. Für ihn ist eine Fahrt in die Nano-Welt eine Fahrt in die Zukunft, denn elektrische Leitungen werden aus einzelnen Molekülen bestehen. Das Resultat ist Nano-Forschung für die Medizin. "nano-bots" könnten im menschlichen Blutsystem Medikamente freisetzen oder Krebszellen bekämpfen.
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28.06.2000
nano online |
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