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Spurensuche fast wie im Krimi: Forscher suchen nach Gründen für den Crash
Fast immer selbst schuld
90 Prozent der Unfälle durch Fehler der Fahrer
Fahrfehler führen zu 90 Prozent aller Verkehrsunfälle, hat Unfallforscher Fabian Stille von der Medizinischen Hochschule Hannover gezeigt.
Er und sein Team haben seit 1973 mehr als 17.000 Unfälle analysiert. Vor allem Beine und Brustkorb werden verletzt. Komplizierte Straßenführungen und ein hohes Maß an Ablenkung in den Städten machen vielen Autofahrern die Orientierung zunehmend schwerer.

Studie: Rheinland-Pfalz mit meisten Raser-Crashs
Unfall Lupe
Wenn es knallt, dann gerne im Südwesten
Wenn Raser schwere Unfälle bauen, dann kommen sie besonders häufig aus Rheinland-Pfalz. Das Bundesland führt ein Negativ-Ranking zum Thema Tempo-Unfälle mit Verletzten an, wie der "Auto Club Europa" (ACE) im August 2010 mitteilte. Pro einer Million Einwohner, die 14 Jahre oder älter sind, komme Rheinland-Pfalz auf 1272 Tempo-Crashs mit Verletzten, dahinter folge Thüringen mit einem Wert von 1148. Der Bundesschnitt liege bei 778. Auf den erfreulichen letzten Plätzen der Unfall-Statistik, die sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beziehen, landeten Brandenburg (552) und Berlin (450).

Zu hohes Tempo war den Angaben zufolge hinter falschem Abbiegen beziehungsweise falschem Anfahren die zweithäufigste Unfallursache. "Deutschland ist ein Volk der Raser", sagte der Pressereferent des Auto Clubs Europa, Marc Roger Reichel und forderte strengere Geschwindigkeitskontrollen. Bußgeldbescheide müssten aus didaktischen Gründen schneller verschickt werden. "Wenn die Strafe erst sechs Wochen später kommt, sagen sich Raser, "das kann ich gar nicht gewesen sein", sagte Reichel. In Frankreich sei der Bußgeldbrief häufig schon nach zwei Tagen im Briefkasten, daran sollte sich Deutschland ein Vorbild nehmen.

Als Gründe, warum es in manchen Bundesländern häufiger folgenreich scheppert und in manchen seltener, nannte Reichel die Radarfallen-Dichte, die in Brandenburg recht hoch sei. Dadurch drückten Temposünder weniger auf das Gaspedal als anderswo. Außerdem gebe es in Brandenburg und Berlin verhältnismäßig wenig Autos. Daher sei es nicht erstaunlich, dass die Hauptstadtregion relativ wenig Raser-Crashs verzeichne, während es in Baden-Württemberg (904 Unfälle pro eine Million Einwohner) als Standort deutscher Autobauer beziehungsweise im benachbarten Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich viele Crashs gebe.

Nur Frankreich drosselte Höchstgeschwindigkeiten
Das Rasen mit dem Auto, das ein Drittel der tödlichen Unfälle auf Europas Straßen verursacht, nimmt seit 2002 ab. Wie die Organisation für Transportsicherheit in Europa (ETSC) im Mai 2010 in einer jährlichen Studie vorrechnete, gibt es aber immer noch zahlreiche Verkehrsrowdys. Demnach fahren 30 Prozent der Fahrer außerhalb von Staus auf Autobahnen zu schnell. In einigen europäischen Ländern sind es bis zu 70 Prozent auf den Landstraßen und 80 Prozent im städtischen Bereich. Frankreich ist das einzige Land, das zwischen 2001 und 2009 die Höchstgeschwindigkeiten gesenkt hat. Die Geschwindigkeit nahm dort im Durchschnitt um zehn Stundenkilometer ab. Dank der Installation von Radaranlagen zeigten sich auf Autobahnen in Frankreich, der Schweiz und Spanien die meisten Fortschritte. Das Rasen auf Landstraßen in Belgien und Irland nahm ab, in Polen indes nahm es zu.

Für jedes Prozent der Geschwindigkeitsdrosselung kann laut ETSC eine Verringerung der tödlichen Unfälle um vier Prozent prognostiziert werden. Wenn alle Fahrer ihr Tempo um einen Stundenkilometer verringerten, könnten jedes Jahr mehr als 2200 tödliche Verkehrsunfälle in Europa vermieden werden. Die Anzahl der Unfälle, die durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht wurden, ist der Studie zufolge um fast sechs Prozent innerhalb von acht Jahren zurückgegangen.

Jeder fünfte Verkehrstote bei Unfällen mit Bäumen
Jeder fünfte Verkehrstote in Deutschland stirbt laut einer Studie beim Zusammenstoß mit einem Baum. Das mit Abstand höchste Risiko besteht in Niedersachsen, wie der ACE nach Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2009 erklärte. Insgesamt sei die Zahl der derartigen Unfälle aber stark rückläufig. Danach hat sich die Anzahl der jährlichen Baumunfälle mit Personenschaden seit 1995 von knapp 25.000 auf mehr als die Hälfte reduziert, entsprechend sank auch die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer. Seit Einführung der "Baumunfallstatistik" im Jahr 1995 starben nahezu 22.000 Menschen bei Baumunfällen.

2008 kamen knapp 99 Prozent aller Opfer von Verkehrsunfällen mit dem Leben davon - jedoch nur, wenn kein Baum im Weg stand, wie der ACE erklärte. Bei einem solchen Aufprall erhöhte sich das Risiko einer tödlichen Verletzung gleich um ein Vielfaches. Im Bundesdurchschnitt sterben 20 Prozent der verunglückten Kraftfahrer bei einem Aufprall gegen einen Baum, teilte der ACE mit.

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