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Forscher beobachten, bei welchen Marken das Belohnungszentrum angeregt wird
Blick ins Kundengehirn
Forscher untersuchen, wie Werbung im Gehirn wirkt
Werbeforscher können auch in Zukunft die Gedanken der Kunden nicht lesen, schätzt der Neurologe Michael Deppe aus Münster.
Das funktioniert nicht, auch wenn sie Kundenreaktionen im Kernspin-Tomographen untersuchen. Dabei kontrollieren sie, wodurch das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird. Dieses Areal im vorderen Gehirn verschaffe uns ein gutes Gefühl, sagt Christian Elger, Neurologe der "Life & Brain" GmbH in Bonn. "Damit wird die Ratio, die zu der Entscheidung führt, heruntergesetzt. Dieses Belohnungssystem ist in der Hierarchie deutlich höher als andere Entscheidungsvorgänge, so dass sehr viele Entscheidungen, die scheinbar rational sind, eigentlich emotional getroffen werden."

Elger und seine Kollegen überprüfen im Kernspin-Tomographen, was im Belohnungssystem des Vorderhirns passiert, wenn Werbung auf uns einwirkt. "Wenn Sie das Belohnungssystem aktivieren können, haben Sie 70 Prozent der Kaufentscheidung", so Elger.

Die Forscher konnten zeigen, dass Rabatte das Belohnunszentrum ansprechen. Dies wissen Marketingforscher seit langem, doch die genauen Abläufe im Gehirn, war unklar. Insofern helfe die Hirnforschung vor allem, die Abläufe im Gehirn besser zu verstehen, so Deppe. "Von vielen Dingen wussten wir vorher, dass sie so sind. Mit der modernen Hirnbildgebung wissen wir jetzt, warum sie so sind."

Deppe warnt davor, den Einfluss die Bilder aus dem Kernspin-Tomographen eine zu große Bedeutung beizumessen. "Es ist manchmal gefährlich, wenn man bunte Hirnbilder so in der Öffentlichkeit verbreitet und sagt, da liegt das Markenareal im Gehirn oder da ist Freude im Gehirn", so Deppe. Dies sei nicht einfach zu erklären. "Die Suggestivkraft dieser Bilder wird oft überstrapaziert."

Der Scan des Gehirns zeigt die beliebten Marken
Wissenschaftler zeigen, welche Prozesse im Gehirn ablaufen
"Die Neuroökonomie ist keine Wissenschaft der Kaufentscheidungen, sondern eine Wissenschaft von Bewertungs- und Beurteilungsprozessen des menschlichen Gehirns", ergänzt Deppe: "Aus unseren Ergebnissen lassen sich keine allgemeinen Aussagen über die untersuchten Produkte oder Marken ableiten, sondern wir gewinnen Erkenntnisse über die Funktionsweise unseres Gehirns." Dennoch setzten Marketing-Experten seit einigen Jahren große Hoffnungen auf die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT).


Kernspin-Tomographie - Verfahren der Medizin
Die Kernspin-Tomographie, auch Magnetresonanz-Tomographie (MRT), ist ein bekanntes Verfahren der medizinischen Diagnostik. Kernspin-Tomographen machen den Menschen transparent. Das Gerät arbeitet mit einem starken Magnetfeld, um Veränderungen im Körper zu entdecken. Da der menschliche Organismus zu etwa 70 Prozent aus Wasser besteht, verändern die magnetischen Strömungen die Ausrichtung der positiv geladenen Kerne der Wasserstoffatome. Die Protonen verhalten sich in einem starken Magnetfeld ähnlich wie Eisenspäne und richten sich nach dem Magneten aus.




Das Gehirn im Fokus
Ein Netz aus Neuronen
Im Gehirn finden Wissenchaftler auf der Ebene der Moleküle immer noch ungeahnte Funktionsweisen und Querverbindungen zwischen Nerven.
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