Was die Kleidung verbessert, schadet dem Menschen
Bei der Herstellung werden mehr als 7000 Chemikalien und Färbemittel verwendet
Bei der Herstellung von Kleidung werden mehr als 7000 zugelassene Chemikalien und Färbemittel verwendet. Doch über die Wirkung dieser Stoffe im Körper weiß man wenig. Auch finden Experten in Importtextilien immer noch krebserregende und allergene Substanzen. Was mit leichtem Kopfschmerz anfängt, kann schließlich zu Ohnmachtsanfällen und starken Gleichgewichtsstörungen führen. Durch eine Vergiftung mit Chemikalien in der Kleidung kann es zu unheilbaren Hirnschäden kommen.
Vergiftete Personen kriegen Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme. Noch schlimmer aber sind die Schäden in der Persönlichkeit. Antrieb und Vitalität, die Fähigkeit, mit anderen Leuten umzugehen und Gefühle zu kontrollieren, sinken durch die Hirnschädigung stark.
Bei Allergien gegen Schuhe reagieren Betroffene mit lästigen Rötungen, Schwellungen und Juckreiz an den Füßen. Jeder Schuhkauf wird zum Roulette, weil die Betroffenen nicht wissen, ob bei der Herstellung Kaliumdichromat oder Farbstoffe verwendet wurden. Mit der Chemikalie Kaliumdichromat werden die meisten Leder gegerbt. Besonders in der Dritten Welt werden hochgiftige Chemikalien, von denen man weiß, dass sie krebserregend oder allergieauslösend sind, zur Färbung eingesetzt. Dass deutsche Gesetze die Verwendung der Mittel nicht zulassen, interessiert dort niemanden.
Was an Farb- und Giftstoffen in den Textilien nach Deutschland gelangt, versuchen die Experten im chemischen Untersuchungsamt Freiburg zu ermitteln. Doch die Labore können nicht jede Chemikalie ausfindig machen, weil die Kleider oft einen wahren Giftcocktail enthalten, der eigentlich gar nicht mehr eingesetzt werden dürfte.
Obwohl die Chemikalien schon lange in Deutschland verboten sind, finden die Experten in Freiburg auch heute noch krebserzeugendes Pentachlorphenol, krebserzeugende Azofarbstoffe und sensibilisierende Dispersionsfarbstoffe. Eine entsprechende Verzichtserklärung wird von der Industrie offensichtlich nur halbherzig umgesetzt. Deshalb landen die unsichtbaren und geruchlosen Stoffe in der Kleidung auch heute noch in den Regalen der Geschäfte. Bei einigen Menschen führt das zu ernstzunehmenden Krankheiten oder Allergien, die nicht selten zur Berufsunfähigkeit führen können.
Die Detailbestände in den Kleidungsetiketten zu deklarieren, wäre für die Ärzte eine große Erleichterung. Sie könnten die Patienten, die Allergien haben, besser testen und beraten. Was für die Allergiker bleibt, ist der Gang in Fachgeschäfte, die für ihre hautverträglichen Produkte werben. Dort wird auch auf rein pflanzlich gegerbte Schuhe gesetzt. Der lange Herstellungsprozess solcher Schuhe hat allerdings seinen Preis.
Neue Kleider erst waschen, dann tragen
Kleider machen Läuse

12.05.2005, zuletzt aktualisiert am 07.07.2009 / mm
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