Schlechte Schulnoten durch Fernsehen und PC-Spiele
Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachen warnt vor dem Übermaß
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Fernseher und Computer in Kinderzimmern führen zu schlechteren Schulnoten. Dies gilt einer Studie zufolge meist für Jungen sowie Kinder aus sozial schwachen Familien und von Migranten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Die Studie mit dem Titel "Die Pisa-Verlierer - Opfer ihres Medienkonsums", untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen und ihren Zensuren.
Je brutaler die Inhalte von Filmen und Computerspielen seien, desto schlechter seien auch die Zensuren der Schüler. "Das Training der Computerspiele könnte theoretisch dazu führen, dass die Konzentrationsleistung in der Schule nicht das ist, worauf das Gehirn spezialisiert ist - und deswegen tut es sich damit schwerer", erklärt Florian Rehbein.
Die Analyse belege, dass die untersuchten Kinder mit schlechten Schulleistungen schon als Viertklässler über eine große Ausstattung mit Fernsehern, Spielkonsolen und Computern verfügten, stellte KFN-Leiter Christian Pfeiffer fest. Ein Experiment habe ergeben, dass Kinder, die eineinhalb Stunden ein brutales Computerspiel spielten, anschließend erheblich schlechter Mathematikaufgaben lösen konnten als Kinder, die Tischtennis gespielt hatten. Wer "normale" Spiele spielte oder Gewaltfilme nur guckte, hatte gegenüber den Teilnehmern der Kontrollgruppe nur 88 Prozent der kognitiven Leistungen - diejenigen, die Gewaltspiele gespielt hatten, brachten es nur auf 77 Prozent.
Besonders drastisch wirke sich der Bildungshintergrund der Eltern aus. Viertklässler aus Elternhäusern mit geringem Bildungsniveau gaben laut Studie achtmal häufiger an, Spiele zu spielen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind; Jungen mehr als doppelt so häufig wie Mädchen. Spiele, die auf dem Index stehen, fänden sich dagegen bei den Kindern fast nie. Da für sie keine Werbung gemacht werde, hätten sie auf dem Schulhof kaum einen Marktwert. Dagegen machten Spiele mit Altersbeschränkung "die Kinder richtig scharf", sagte Pfeiffer.
Literatur:
Rudolf und Renate Hänsel (Hrsg.)
Da spiel ich nicht mit!
Auswirkungen von "Unterhaltungsgewalt" in Fernsehen, Video- und Computerspielen - und was man dagegen tun kann
Verlag: Auer
ISBN 3-403-04268-5
Manfred Spitzer
Vorsicht Bildschirm!
Elektronische Medien, Gehirnentwicklung Gesundheit und Gesellschaft
Verlag: Klett
ISBN 3-12-010170-2
Werner H. Hopf (Hrsg.)
Bilderfluten
Medienkompetenz und soziales Lernen in der Sekundarstufe
Verlag: Care-Line
ISBN 3-932849-62-0
Rudolf H. Weiß
Gewalt, Medien und Aggressivtät bei Schülern
Verlag: Hogrefe
ISBN 3-8017-1247-8


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Für die KFN-Studie wurden 5500 Viertklässler und 17.000 Neuntklässler befragt. Die Forscher zogen auch eine seit 2005 laufende Untersuchung mit mehr als 1000 Berliner Kindern sowie ein Experiment zum Zusammenhang zwischen Freizeitbeschäftigung und Konzentrationsleistung ein.


Zum Thema sprachen wir mit Dipl.-Psych. Dr. Werner H. Hopf, Lehrer und Schulpsychologe an der staatlichen Schulberatungsstelle für München
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"Mediengewaltwirkungen - nichts bewiesen?" (PDF)
"Mediengewalt, Lebenswelt und Persönlichkeit - eine Problemgruppenanalyse bei Jugendlichen"

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03.02.2005, zuletzt aktualisiert am 12.12.2008 / mp mit Material von dpa
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