Schlaganfall, Ansicht des Gehirns
Durchblutungsstörungen im Gehirn lösen einen Schlaganfall aus
Störungen im Blutfluss des Gehirns
Schwindel, Lähmungen, Gefühlsstörungen
Ein Schlaganfall wird durch eine plötzliche Durchblutungsstörung von Teilen des Gehirns ausgelöst. Blutgerinnsel, Embolien oder arteriosklerotische Ablagerungen in den Hirngefäßen sind bei etwa 80 Prozent der Fälle die Ursachen.
"Vorbeugend besser nicht operieren"
Lupe
"Für Patienten, deren Halsschlagader verengt ist, die aber noch nie eine neurologische Ausfallerscheinung hatten, ist die Operation an der Halsschlagader eine Maßnahme, die nur einen so geringen Vorteil bringt, dass man sich überlegen muss, ob es sinnvoll ist, eine Operation durchzuführen", sagt der Heidelberger Neurologe Prof. Werner Hacke. "Die Operation muss dann mit einer extremen Sicherheit durchgeführt werden, die so in fast keinem Zentrum zu erzielen ist."

Robotertraining nach Schlaganfall
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Der "Haptic Walker" der Berliner Charité und des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik hilft Schlaganfallpatienten, das Gehen auch bei Steigungen und Gefälle zu trainieren ebenso wie das Laufen und das Treppensteigen. Das Gerät stellt sich individuell auf jeden Patienten ein.

Die gesunde Hirnhälfte arbeitet mehr
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Nach einem Schlaganfall kann das Gehirn umlernen und die gesunde Hirnhälfte übernimmt Aufgaben der kranken: Schlaganfallpatienten der Uni-Klinik Freiburg trainieren vor einem Spiegel und betrachten die Bewegungen ihrer gesunden Hand. "Man koppelt gewissermaßen die kranke Hand an die gesunde Hirnhälfte", erklärt Prof. Cornelius Weiller von der Neurologischen Universitätsklinik.

Schnelle Behandlung lindert Schäden
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"Es ist wichtig, dass die Patienten auch bei leichten kurzen Ausfällen eine Spezialklinik aufsuchen, damit dort das Problem entsprechend behandelt werden kann", weiß Dr. Jürgen Marx, Leiter der "Stroke Unit" der Uniklinik Mainz. "Es ist leider häufig so, dass sich nach so kurzen und leichten Ausfallerscheinungen schwere Schlaganfälle ergeben."

Kalk in den Beinen erhöht das Schlaganfallrisiko
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"Die Patienten, bei denen die Arterienverkalkung vorliegt, haben etwa ein zweifach erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden", sagt Prof. Hans Joachim Trampisch von der Uni Bochum. "Bei Patienten, die Diabetes haben, ist das Risiko nur um das 1,5 erhöht. Wenn aber beide Krankheiten vorliegen, steigt das Risiko um den Faktor Drei. Das Screening der Arterienverkalkung bei Patienten ab 60 oder 65 Jahren wäre ein extrem sinnvolles Instrument, um dieses Risiko sehr frühzeitig zu erkennen."

Zähneputzen schützt vor Herzinfarkt durch Bakterien
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Wer sich im Alter vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall schützen will, sollte vor allem das Zähneputzen nicht vergessen. US-Forscher haben erstmals eine direkte Verbindung zwischen entzündetem Zahnfleisch und einer krankhaften Verdickung der Halsschlagadern hergestellt. Plaques an den inneren Gefäßwänden gelten seit geraumer Zeit als Warnhinweis auf einen drohenden Infarkt oder Schlaganfall. Die Forscher konzentrierten sich bei ihrer Untersuchung auf 11 von mehr als 600 bekannte Bakterien im Mund.

Eine "Arzneimittelfabrik im Kopf" nach Schlaganfällen
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Neurochirurgen möchten Schlaganfall-Patienten mit Stammzellen helfen. Die genetisch veränderten Zellen werden in einem "Teebeutel" in das geschädigte Gehirn transplantiert und sollen entzündungshemmend wirken. Der Leiter der Studie am "International Neuroscience Institute" (INI) in Hannover, Prof. Thomas Brinker, sprach von einer Art "Arzneimittel-Fabrik im Kopf". Ein erster Schlaganfall-Patient mit einer Hirnblutung, der Lähmungen im Gesicht und Sprachstörungen hatte, ist erfolgreich operiert.

Schlaganfall-Patienten lernen Sprechen durchs Singen
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"Am Anfang der Melodischen Intonationstherapie stand die Beobachtung, dass Aphasie-Patienten Lieder mit Texten zwar singen können, aber nicht in der Lage sind, dieselben Wörter zu sprechen", schildert der Neurologe Prof. Gottfried Schlaug von der "Harvard Medical School" in Boston. Demnach rege Singen die unzerstörte rechte Hirnhälfte an, rhythmisches Klopfen mit der linken Hand soll Areale stimulieren, die für die Verknüpfung von Tönen und Handlungen wichtig sind.

Elektrische Wellen verstärken die Schlaganfall-Folgen
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Nach einem Schlaganfall sind auch nicht betroffene Hirnareale gefährdet: Wellen elektrischer Erregung entstehen am Rand des abgestorbenen Gewebes und überziehen die angrenzenden Hirnregionen. Wiederholen sich diese Entladungen und pflanzen sich im Gehirn fort, sterben weitere Zellen ab, konnten Forscher um Dr. Christian Dohmen von der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln erstmals beim Menschen zeigen; im Tierversuch kannte man das Phänomen bereits.

Computergestützte Therapie für Schlaganfall-Patienten
Ein computergestütztes Therapiegerät hilft im Evangelischen Geriatriezentrum Berlin Schlaganfall-Patienten, einen Teil ihrer motorischen Fähigkeiten wiederzuerlangen. In dem Pilotprojekt nehmen Sensoren die Bewegungen wahr, der Computer wertet diese aus und gibt dem Patienten direkt Rückmeldung, wie erfolgreich dieser die Übungen absolviert hat. Das Programm fordert die Patienten auf, sich selbst zu kontrollieren und eventuell zu korrigieren.

Ein Magnetresonanz-Tomograph auf der Intensivstation
Die Ärzte des Klinikums Benjamin Franklin der Berliner Charité nutzen einen Magnetresonanz-Tomographen direkt auf der Intensivstation, um Schlaganfallpatienen schnell und effektiv zu versorgen. "Der wesentliche Vorteil zur Computer-Tomographie - der gebräuchlichsten Methode beim akuten Schlaganfall - ist, dass wir den bereits bestehenden Gewebeschaden zuverlässig und signalstark sehen können", schildert der Neuroradiologe Dr. Jochen Fiebach von der Berliner Klinik.

Schlaganfallpatienten erholen sich besser mit Musik
Nach einem Schlaganfall erholen sich Patienten einer Studie zufolge deutlich besser, wenn sie jeden Tag ein paar Stunden Musik hören. "Es ist wichtig, so schnell wie möglich nach der Einweisung ins Krankenhaus mit dem Musikhören anzufangen", riet deshalb der finnische Forscher Teppo Särkämö."Es ist so, dass durch die musikunterstützte Therapie die Bewegungen des Patienten schneller werden", sagt Dr. Sabine Schneider von der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Nach einem Schlaganfall blockieren sich Gehirnhälften
© Forschungszentrum Jülich
Nach einem Schlaganfall blockieren sich die beiden Gehirnhälfte bei einem Teil der Patienten gegenseitung und lösen so Lähmungen aus. Das gestörte Zusammenspiel der Hirnhälften könne aber durch technische Maßnahmen oder Medikamente korrigiert werden, so dass eine gelähmten Hand auch nach mehreren Monaten und sogar Jahren in ihrer Funktion noch verbessert werden könnte, behaupten Neurologen des Forschungszentrums Jülich und der Uniklinik Köln.

Infarkt und Schlaganfall häufiger nach Atemwegsinfekt
© dpa
Infektionen der Atemwege erhöhen in den darauf folgenden Wochen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Resultat einer englischen Studie könnte erklären, warum Herzinfarkte und Schlaganfälle im Winter gehäuft auftreten. Experten werten dies zudem als Beleg für den Rat an Herzpatienten und Senioren, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Schon seit Jahren wissen Mediziner, dass sich Infarkte und Schlaganfälle in den Wintermonaten häufen.

"Stroke Angel" für schnellere Hilfe bei Schlaganfällen
Beim Projekt "Stroke Angel" übermittelt das Rettungsteam die Daten eines Schlaganfall-Patienten per Funk direkt an die Klinik, denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Die Station bereitet die Aufnahme vor, noch während der Rettungswagen unterwegs ist. "Das 'Stroke Angel'-Projekt hat die Kommunikation zwischen Rettungsdienst, Notarzt und dem Krankenhaus erheblich verbessert", schildert Prof. Bernd Griewing von der Neurologischen Klinik in Bad Neustadt.

Durchblutungsstörungen werden sehr oft unterschätzt
© pr
Durchblutungsstörungen werden nach Ansicht von Medizinern von vielen Menschen als Auslöser schwerer Krankheiten unterschätzt. In den meisten Fällen würden die Störungen durch eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) verursacht, die zu einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen könne, sagte Prof. Ulrich Hoffmann, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (Gefäßkunde), in München.

Schlangengift für ein Medikament gegen Schlaganfall
In Schleswig-Holstein, unweit von Hamburg, entsteht Europas größte gewerbliche Schlangenfarm. Von derzeit 100 soll die Zahl der Schlangen, aus denen Gift "gemolken" wird, auf 1500 Exemplare steigen. Dafür müssen sich die Schlangen unter künstlichen Bedingungen paaren. Aus dem Gift der Schlangen will die Firma um den Leiter Rolf Kreutz einen Stoff gewinnen, der für ein neuartiges Medikament gegen Schlaganfälle genutzt werden soll: "Ancrod" verdünnt das Blut.

Das Öffnen des Schädels hilft Schlaganfall-Patienten
© dpa
Schlaganfallpatienten profitierten von der Öffnung ihres Schädels, um das Hirn von dem Druck im Inneren zu entlasten. Nach einem großen Infarkt sollte die Schädeldecke innerhalb von 48 Stunden vorübergehend halbseitig entfernt werden, berichten Forscher um Werner Hacke, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Die Analyse dreier Studien zu diesem Thema hat demnach ergeben, dass sich die Überlebenschancen der operierten Patienten durch den Eingriff fast verdreifachen lassen.

Nach einem Schlaganfall findet das Blut neue Wege
© dpa
Wenn bei einem Schlaganfall ein Blutgefäß im Gehirn durch ein Gerinnsel verstopft, dann findet das Blut über winzige Kanäle eine Umleitung in die abgeschnittenen Hirnareale. Das haben Mediziner der Universität von Kalifornien in bei der Untersuchung von Schlaganfallpatienten entdeckten. Patienten, bei denen dieser Umgehungskreislauf gut ausgebildet war, hatten höhere Überlebenschancen und erholten sich besser. Es könnte besser sein, die Umgehung zu fördern anstatt das verstopfte Gefäß zu öffnen.

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08.10.2004, zuletzt aktualisiert am 08.06.2009 / mp