Auf dem Mount Everest dem Gendoping auf der Spur
US-amerikanische Forscher nehmen bei Mäusen Blutproben in verschiedener Höhe
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Mit einer Expedition auf den Mount Everst wollen Wissenschaftler der US-amerikanischen Universität Pennsylvania in Philadelphia mehr über Gendoping mit Erythropoetin (Epo) herausfinden. Sie haben den Berg mit 16 Mäusen im Gepäck fast bis zum Gipfel bestiegen. Die Forscher entnahmen den Tieren in verschiedenen Höhen Blutproben. Sie wollen die genauen Mechanismen auf Zellebene während eines Sauerstoffmangels untersuchen. Sie wollen damit ein Testverfahren für Gendoping entwickeln.
Auch wenn die Expeditionsgruppe 300 Meter unter dem Gipfel umkehren musste, geht sie davon aus, dass die Ergebnisse ausreichen. Bisher können die Mediziner das Gendoping nicht nachweisen, da die Mechanismen, die es auslöst, nicht bekannt sind.
"Es gibt viele Möglichkeiten und Strategien, die in der Entwicklung weit fortgeschritten sind", sagt der Molekularbiologe/Dopingexperte, Deutsche Sporthochschule Köln Dr. Patrick Diel. "Wenn jemand diese Substanzen aus der klinischen Entwicklung in die Hände bekäme, könnte er damit manipulieren. Dementsprechend halte ich es für wahrscheinlich, dass es geschehen wird."
Auch über die Nebenwirkungen von Epo weiß man noch wenig. "Wenn ich anfange, in den Regulationsmechanismen der Zelle herumzuspielen, weiß ich nicht, ob nicht auch irgendetwas anderes beeinflusst wird", sagt Diel. "Vielleicht kriegen die Leute alle in zehn Jahren Leukämie oder andere Krebsarten. Das kann keiner vorhersehen."
Forscher untersuchten 2004 die Folgen von Gendoping
Forscher injizierten 2004 Mäusen anderes Erbmaterial
Bereits im April 2004 hatte der Wissenschaftler Lee Sweeney im Labor der Universität Pennsylvania in Philadelphia Mäusen neues Erbmaterial injiziert. Gleichzeitig mussten die Tiere eine Art Gewichtstraining absolvieren. In Tests zeigte sich, dass sich die Schnelligkeit und die Muskelkraft der Tiere verdoppelte. Sie konnten diese Kraft auch erhalten, nachdem sie das Gewichtstraining nicht mehr machen mussten. Patienten mit Muskelschwund aber auch Sportler interessierten sich für diese Ergebnisse.
Damals ging man davon aus, dass Gendoping nur durch eine Biopsie von Muskelgewebe nachweisbar wäre und auch nur, wenn man den gedopten Muskel kannte. Das eigentliche Ziel der Forscher aus Philadelphia war jedoch, eine Therapie für Patienten mit Muskelschwund zu finden. Für die Krankheit gab es bis dahin kein Medikament. Auch gegen den Abbau der Muskelkraft im Alter soll diese Methode wirksam sein.
Verlockend für Athleten war vor allem der 30- bis 40-prozentige Muskelzuwachs bei den Labormäusen, ohne dass irgendwelche Spuren im Blut oder Urin nachweisbar waren. Eine Testphase an Hunden stand damals an. Obwohl Risiken und Nebenwirkungen erst erforscht werden mussten, bestand große Nachfrage für Gendoping.
Die Weltdopingagentur hatte Anfang 2004 Monaten Entwarnung gegeben: bis dahin sei Gendoping beim Menschen noch nicht möglich gewesen. Gentherapie-Techniken sind ohnehin nach den weltweit gültigen Anti-Doping-Vorschriften verboten. Nachdem Sweeny seine Ergebnisse veröffentlich hatte, stammte die Hälfte aller Reaktionen von Athleten, die übrigen von Menschen, die unter muskulärer Dystrophie litten.
Laut Studien erhöht Epo die Sterblichkeit von Krebspatienten
Durch Epo bilden sich rote Blutkörperchen
Das aus dem Doping bekannte Hormon Erythropoetin (Epo) erhöht die Sterblichkeit von Krebspatienten. Wie eine Auswertung von 53 Studien mit insgesamt fast 14.000 Teilnehmern im Dezember 2008 ergab, steigert das Mittel die Mortalität um 17 Prozent. Nutzen und Risiken der Behandlung müssten bei jedem Patienten daher sorgfältig abgewogen werden, betonen die Mediziner der Universitätsklinik Köln. Erythropoetin fördert die Bildung roter Blutkörperchen. Angewandt wird das Präparat bei Tumorpatienten, die etwa nach einer Chemotherapie an Blutarmut leiden. Auch Dialysepatienten verwenden den Wirkstoff, der vor allem durch Dopingskandale im Leistungssport bekannt wurde.
Der Kölner Mediziner Andreas Engert zeigte schon 2005 in einer Studie, dass der Stoff, der weltweit Milliardenumsätze erzielt, das Risiko für Thrombosen erhöht. Auf die in der neuen Untersuchung festgestellte erhöhte Mortalität hat der Uniklinik zufolge bereits die US-Zulassungsbehörde reagiert: Erythropoetin darf künftig nur noch solchen Krebspatienten verabreicht werden, die eine Chemotherapie erhalten oder erhalten haben.


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Doping im Sport: Jeder Preis für den Erfolg ist recht


Zum Thema sprachen wir am 26. August 2004 mit Patrick Diel vom Doping-Kompetenzzentrum der Sporthochschule Köln

Gendoping im Sport: Fakt oder Fiktion (pdf) von der Sporthochschule Köln
Infos zum Thema Gendoping von der Sporthochschule Köln

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26.08.2004, zuletzt aktualisiert am 12.01.2009 / mm, jus mit Material von ap
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