Biotreibstoffe im Fokus
Der reiche Westen ersetzt immer häufiger Nahrungs- durch Ölpflanzen
Raps und Palmöl im Tank
Seit 2007 ist "Bio" im Sprit in Deutschland Pflicht
Raps-Diesel
und Weizen-Benzin gluckern in deutschen Autotanks, denn Kraftstoffen müssen pflanzliche Anteile beigemischt werden.
Biokraftstoff - Stroh wird zu Diesel
Direkt beim Bauern will Prof. Eckhard Dinjus vom Forschungszentrum Karlsruhe Stroh in eine Rohform von Biodiesel umwandeln.
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Biotreibstoffe - Insgesamt kaum sinnvoll
"Die Umweltbelastung durch Biotreibstoffe ist deutlich höher als bei fossilen Treibstoffen", sagt der Umweltwissenschaftler Rainzer Zah.
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Jatropha - Nutzen in kleiner Dosis
"Baut man Jatropha in Plantagen an, braucht man viel Wasser und hat die gleiche Situation wie bei vielen Energiepflanzen", so Rainer Zah.
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Verkehrsflugzeug erstmals mit Biotreibstoff geflogen
Zum ersten Mal ist ein Verkehrsflugzeug mit Biotreibstoff geflogen. Die britische Gesellschaft Virgin Atlantic nannte den knapp einstündigen Flug einer Boeing 747-400 von London nach Amsterdam am Sonntag, 24. Februar 2008 einen "Durchbruch bei der Suche nach einem klimafreundlichen Flugzeug-Treibstoff". Kritiker bezeichneten den Test jedoch als "Werbetrick", der von der Klimabelastung durch den zunehmenden Luftverkehr ablenken solle. Auch ist die Produktion von Palmöl umstritten.
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Biodiesel aus Europas Rapsöl und Asiens Ölpalmen
Biodiesel wird vor allem aus Rapsöl in der Europäischen Union und aus Ölpalmen in Südostasien hergestellt und ist normalem Dieselkraftstoff vergleichbar. Er macht den größten Teil (61 Prozent) des Biosprits Deutschlands aus. An 1900 Tankstellen wird er bereits in Reinform angeboten und ist zudem dem normalen Diesel beigemischt. Laut Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) bringt ein Hektar Raps etwa 1550 Liter pro Jahr, der Energiegehalt entspricht fast dem von Diesel.
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Genveränderte Bakterien machen Biodiesel
"Wir haben Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie Öl produzieren", schildert Stephen del Cardayre, Laborleiter der US-amerikanischen Unternehmens "LS9". "Jetzt arbeiten wir daran, das Erbgut dieser Organismen weiter umzubauen, so dass sie noch mehr Öl erzeugen." Die Bakterien setzen Zucker in den energiereichen Treibstoff um. Die Dieseltropfen schwimmen nach oben, weil sie leichter als das Wassermedium sind, in dem die Bakterien leben. Die Forscher können das Öl von der Oberfläche abschöpfen.
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Gentechnisch veränderter Maniok für Biodiesel
China will Maniok (Cassava) gentechnisch verändern, um damit Biotreibstoff zu gewinnen. Das Gemeinschaftsprojekt mit dem Shanghaier Zentrum für Cassava-Biotechnik zielt auf die stärkehaltige Knolle, schildert Wilhelm Gruissem von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich. Mehr Stärke sei wichtig, und "wir versuchen, die Stärkekörner zu verändern, dass sie kleiner und damit besser lösbar werden." So könne man die Stärke besser zu Alkohol fermentieren.
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Dieselöl aus Müll kein Konkurrent für Brot und Milch
"Der Vorteil gegenüber Biodiesel aus Raps oder Bioethanol aus Mais liegt darin, dass wir dabei die gesamte Biomasse verwenden könnten und nicht nur Teile wie bei der Raps- oder Maispflanze", sagte Ludwig Leible vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Außerdem würden Stroh und Restholz weder als Futtermittel gebraucht noch brauche man zusätzliche Anbauflächen zur Gewinnung von Kraftstoff. Es seien aber große Anlagen notwendig, um die Biokraftstoffe zu produzieren.
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Brasilien und Deutschland schließen Abkommen
Deutschland und Brasilien wollen im Mai 2008 ein bilaterales Energieabkommen unterzeichnen. Das Abkommen, das unter anderem die nachhaltige Produktion von Biokraftstoff in den Vordergrund stellt, soll beim Brasilien-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2008 besiegelt werden. Die brasilianische Bundesumweltministerin Marina Silva versicherte, dass die Produktion von Ethanol aus Zuckerrohr in Brasilien weder zu Lasten des Regenwaldes noch der Nahrungsmittelproduktion gehe.
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Schweizer macht aus Speiseresten Biodiesel
Der Landwirt Werner Humbel aus dem schweizerischen Aargau nutzt gebrauchtes Fritierfett aus Restaurants, um Biodiesel herzustellen. 5000 Liter Biodiesel entstehen so täglich. Und der Bauer plant jetzt schon, aus Bioabfällen Strom zu gewinnen.
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Mikroalge
Chlorella vulgaris
soll Biotreibstoff liefern
Der Biotechnologe Prof. Otto Pulz vom Institut für Getreideverarbeitung Rehbrücke entwickelt mit seinen Kollegen die Reaktoren, in denen ausgewählte Mikroalgen Licht und klimaschädliches Kohlendioxid umsetzen. Aus dem hohen Fettanteil der
Chlorella vulgaris
soll so Treibstoff entstehen.
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"Hunderttausende Menschen werden hungern"
Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat vor verheerenden Folgen durch die weltweite Explosion der Lebensmittelpreise gewarnt. Sollte Nahrung so teuer bleiben wie bisher, "könnte die Bevölkerung einer sehr großen Zahl von Ländern mit furchterregenden Konsequenzen konfrontiert werden", sagte er während der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank. "Hunderttausende Menschen werden hungern müssen, Kinder werden an Mangelernährung leiden."
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Anbau von Biosprit macht Lebensmittel teurer
Angesichts der zunehmenden Nutzung deutscher Äcker für Biosprit-Rohstoffe hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vor steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt. "Eine Turbolandwirtschaft, um den viel zu hohen Treibstoffbedarf im Verkehr zu stillen, ist eine Sackgasse", erklärte vzbv-Chefin Edda Müller. Die Bauern dürften die Fehler der klassischen Landwirtschaft nicht wiederhohlen. Sonst komme es erneut zu einer Industrialisierung der Landwirtschaft und zu ökologischer Verödung.
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EU-Kommission will Subventionen abschaffen
Die EU-Kommission will die Subventionen für die Herstellung von Biokraftstoffen abschaffen. Im Rahmen der geplanten Überprüfung der Agrarpolitik werde Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel vorschlagen, die jährlich 90 Millionen Euro Förderung für den Anbau von Energiepflanzen zu streichen, erklärte ihr Sprecher Michael Mann am Montag, 14. April 2008 in Brüssel. Die EU halte aber an dem Ziel fest, den Anteil von Biosprit an den in Europa verwendeten Treibstoffen bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern.
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"Biosprit für die USA führt Meere in die Katastrophe"
Wenn die Vereinigten Staaten in Zukunft noch mehr Biosprit herstellen als bisher, führt dies nach einer Studie zu einer "Katastrophe" im Golf von Mexiko. Die geplante Produktionssteigerung bei Mais werde dazu führen, dass die "Todeszone" im Golf südlich der USA noch größer wird und noch mehr Fische sterben, erläuterte Simon Donner von der Universität British Columbia in Kanada seine Untersuchung. "Alle Organismen am Meeresgrund werden wahrscheinlich sterben, und Fische werden abwandern, wenn es geht."
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Bio-Kraftstoffe sollen international vergleichbar sein
Die verschiedenen Bio-Kraftstoffe sollten laut einer Studie international vergleichbar gemacht werden, um einen besseren Ansatz für die staatliche Förderung zu gewinnen. Bio-Kraftstoffe hätten unterschiedliche Auswirkungen auf das Klima, heißt es in der am Dienstag, 4. Dezember 2007 in Hamburg veröffentlichten Studie des "Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts" (HWWI) im Auftrag der Deutschen Shell. Auch würden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit verschieden stark erfüllt.
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Termiten-Bakterien verwandeln Holz in Treibstoff
Bakterien, die Termiten bei der Verdauung helfen, könnten eine wichtige Rolle bei der Umwandlung von Holz in Biotreibstoff spielen. Die auch vor Holzhäusern nicht zurückschreckenden "weißen Ameisen" bildeten "bei der Umwandlung von Holz eine Gruppe äußerst leistungsfähgiger Organismen", erklärte Andreas Brune vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. Ihr Darm sei zwar "winzig, funktioniert aber wie ein Bioreaktor mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit".
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Infografik
Produktion von Biodiesel
Infografik
Anteile von Pflanzenöl am Biodiesel
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Biodiesel-Produktion in der EU
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Sehen Sie den Beitrag "Schweizer Zusatzstoff macht Pflanzenöle fit für Diesel" in unserer Mediathek.
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Wir sprachen mit Ulrich Höpfner, Leiter des Bereichs "Verkehr und Umwelt" am Institut für Energie- und Umweltforschung über Sinn und Unsinn von Biodiesel.