Durch Auswildern wieder 150 Bartgeier im Alpenraum
Für den Bestand müssen jährlich zehn Jungbartgeier in freier Wildbahn überleben
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"Das Ziel, eine selbstständige Population von Bartgeiern im Alpenraum anzusiedeln, ist erreicht", sagte Bartgeier-Spezialist Chaspar Buchli von der Stiftung "Pro Bartgeier". Mehr als 150 Bartgeier wurden seit 1986 in den Alpen ausgewildert. Weiterhin seien viele Paare am Brüten und an der Aufzucht von Jungvögeln. Falls die gegenwärtig 150 Bartgeier, die über den Alpen kreisten, für genug Junge sorgten, sei in den nächsten Jahren keine Auswilderung mehr nötig.
Dazu müssen laut Buchli aber jedes Jahr ungefähr zehn Jungbartgeier überleben. Seit 1997 brüten die Bartgeier wieder in den Alpen. In der Schweiz schlüpften 2007 erstmals drei Küken in Freiheit. 2008 kamen vier freilebende Küken zur Welt. Zwei davon fielen dem harten Winter zum Opfer, die beiden überlebenden Junggeier sitzen laut Buchli im Winter im Raum Albula beziehungsweise am Ofenpass auf ihren Horsten. Sie sollten im Juli 2009 flügge werden.
Der Bartgeier war in den Alpen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb weniger Jahrzehnte ausgerottet worden. Das letzte Paar brütete 1885 im Bündner Oberland. Mehr als hundert Jahre später startete 1986 ein Wiederansiedlungsprojekt, an dem sich die Schweiz, Frankreich, Italien und Österreich beteiligten: Als erster wurde ein junger, in Gefangenschaft geschlüpfter Bartgeier im Österreicher Rauristal ausgewildert. Seither sind laut Buchli über 150 dieser imposanten Aasfresser ausgesetzt worden.
An vier Orten wird ausgewildert: Nationalpark Hohe Tauern in Österreich, Engadin in der Schweiz, Hochsavoyen in Frankreich und die Meeralpen zwischen Italien und Frankreich. Die Bartgeier benötigen Kalksteinregionen mit Felsspalten zum Brüten und Gesteinsbrocken zum Zerschlagen von Knochen, haben Berner Forscher herausgefunden. Größere lässt er auf die Felsen fallen. Eine wichtige Nahrungsquelle sind Steinböcke, die ebenfalls wieder eingebürgert sind.


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Per DNA-Analyse hat die Biologin Barbara Gautschi herausgefunden, dass der einstige Alpen-Bartgeier definitiv ausgerottet ist und dass die Vorfahren der heutigen Alpen-Bartgeier in Zentralasien lebten.

Bartgeier-Wiederansiedlung in den Alpen: Monitoring, Methoden und Beobachtungen

15.08.2003, zuletzt aktualisiert am 19.01.2009 / mp mit Material von ap
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