Schwerpunkt
Anstifter: Verändern die Medien den Charakter?
Wer ist schuld? Studien widersprechen sich häufig
Spiele, in dem man jeden erschießen kann, sind nicht einmal die härtesten für Kids. Eine Steigerung dieses Gemetzels ist stets noch möglich. Politiker denken immer wieder über Verbote solcher Computerspiele nach.
Zocken mit Hintergrund
"Serious Games", Computerspiele mit einem ernsthaften Hintergrund, sollen nicht nur Spaß machen, sondern auch Wissen oder Lernstoff vermitteln.
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Junge kritische Nutzer
Marco Fileccia, Oberstudienrat am Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen, setzt häufig Computerspiele im Unterricht ein.
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Tägliche Beschäftigung mit PC-Spielen ist gestiegen
Jungen werden zehnmal so häufig abhängig von Computerspielen wie Mädchen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), warnte am 3. Juli 2009 in Berlin am Rande einer Expertentagung vor den Folgen. Abhängige Jungen hätten schlechtere Noten in den Schulfächern Deutsch, Mathematik, Sport und Geschichte und schwänzten Unterricht fast doppelt soviel wie gleichaltrige Jungen. Als Grund gäben 64 Prozent an, sie spielten am Computer statt zur Schule zu gehen. Bätzing sprach sich zudem für einen Ausbau der Therapie für Online-Süchtige aus. Der Bedarf wachse, sagte sie.
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"Schüler werden keine Monster, sondern Experten"
Marco Fileccia, Oberstudienrat am Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen, setzt Computerspiele im Unterricht ein - mit guten Ergebnissen. Aus den Oberhausener Schülern werden keine Monster, sondern kompetente Medienexperten, meint er. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium steht im Vordergrund. Das fängt schon damit an, dass die Schüler über den Unterschied reden, den es macht, ob man ein Spiel nur anschaut - wie es Eltern und Kritiker oft tun - oder selbst spielt.
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Bundesrat: Verbot von "Killerspielen" für Jugendliche
Jugendlichen wird der Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen erschwert. Der Bundesrat billigte am Freitag, 13. Juni 2008 die Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, die damit in Kraft treten kann.
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Studie: Mehr Medien verschlechtern Schulnoten
Je mehr Medien Kinder in ihrer Freizeit nutzen, desto schlechter werden ihre Schulleistungen. Das ist eines der Zwischenergebnisse der Studie "Mediennutzung und Schulleistung" des Forschungsinstituts Niedersachsen e. V.. Die Studie läuft bis Mai 2008; die Forscher erheben die Daten von 2000 Berliner Schulkindern seit April 2005. "Wir können erstmals eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Medienkonsum und schlechten Schulnoten herstellen", sagt Prof. Christian Pfeiffer.
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Lasche Kontrollen bei der Killer-Spiel-Zulassung
Bei der Altersfreigabe von Computerspielen kommt es nach einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) oft zu Fehlern. Wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet, ergab die Überprüfung von 72 Gewaltspielen, dass die Bewertungsstelle, die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" (USK), das Mindestalter bei knapp 40 Prozent der Spiele eindeutig zu niedrig angesetzt habe. 20 Prozent der Einstufungen hält das KFN für nur bedingt vertretbar.
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Aggressive Kinder wählen derartige Computerspiele
Aggressive Computerspiele führen bei Kindern nicht unbedingt zu Gewalt. Vielmehr sei es oft umgekehrt, dass aggressive Schüler entsprechende Spiele bevorzugten, sagte Astrid Kristen, Erziehungswissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin. Unter Federführung von Prof. Maria von Salisch arbeitet sie an Untersuchungen über das Verhalten von Kindern an Berliner Grundschulen. "Schüler und Schülerinnen suchen sich die Spiele aus, die zu ihrer Persönlichkeitsstruktur passen."
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"Wer gefestigt ist, wird nicht süchtig nach Spielen"
"Ein Kind, das seinen Vater respektiert, vielleicht sogar bewundert und das seine Mutter tief in seine Gefühle verankert hat, wird niemals süchtig", sagt der Kinder- und Jugendpsychologe Wolfgang Bergmann über Computerspieler. "Es wird auch spielen, es wird auch Lust am Spiel haben. Aber es wird nie den Bezug zur Realität verlieren, denn am Anfang des Realitätsbezuges stehen die großen Gestalten von 'Papa' und 'Mama'." Andere jedoch können abhängig von Computerspielen wie Rollenspielen werden.
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"Internetabhängigkeit ist ein Warnzeichen"
Der Amoklauf in seiner ehemaligen Schule in Emsdetten würde ihn das Leben kosten - da war sich Sebastian B. so sicher, dass er der Nachwelt noch einen hasserfüllten Abschiedsbrief hinterließ. Seine letzten Zeilen veröffentlichte der 18-Jährige allerdings nicht auf Papier, sondern im Internet - der Ort, an den sich der junge Mann zuletzt immer weiter zurückgezogen hatte. Er habe nur noch vor dem PC gesessen, sagten seine Bekannten nach der Tat aus. Experten zufolge hätte diese Internetabhängigkeit bereits ein deutliches Warnzeichen sein können.
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Wir sprachen Bert te Wildt über Computer-Sucht.