Tschernobyl: ein Super-Gau mit dramatischen Folgen
Der Größte Anzunehmende Unfall in der zivilen Nutzung der Kernenergie
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Am 26. April 1986 um 01.36 Uhr ereignet sich im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl die bislang größte Katastrophe bei der zivilen Nutzung der Kernenergie. Ein Experiment gerät außer Kontrolle, eine Wasserstoff-Explosion zerstört das Reaktorgehäuse; die Brennstäbe schmelzen und Radioaktivität entweicht in die Umwelt. Damit ist eingetreten, was nach Ansicht von Wissenschaftlern nur einmal in einer Million Jahren passieren konnte, der GAU, der Größte Anzunehmende Unfall.
Trauerschnäpper und Kohlmeisen meiden Radioaktivität
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Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) und Kohlmeisen (Parus major), die in der Nähe des Unglücksreaktors Tschernobyl nisten, suchen sich bevorzugt Nester mit geringer Strahlenbelastung. US-amerikanische und französische Forscher verteilten Nistkästen in einem Waldgebiet nahe dem ehemaligen Atomreaktor. Die Belastung mit radioaktiver Strahlung hatte sich in der näheren Umgebung dort 1986 nicht gleichmäßig verteilt, so dass einige Gebiete stärker und andere weniger stark belastet sind.
Tschernobyl unter den zehn meistverschmutzten Orten
Das seit der Reaktorkatastrophe von 1986 radioaktiv verseuchte Tschernobyl gehört nach einer Umweltstudie zu den weltweit zehn am meisten verschmutzten Orten. Zweiter Ort in Europa in der von einer US-Umweltschutzorganisation veröffentlichten Liste ist die russische Stadt Dserschinsk östlich von Moskau. Die Liste wurde vom Blacksmith-Institut in New York veröffentlicht. Die weltweite Umweltverschmutzung mache bis zu einer Milliarde Menschen krank, sagte Richard Fuller.
Tschernobyl: Ein Experiment gerät außer Kontrolle
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Am 26. April 1986 um 01.36 Uhr ereignet sich im Block IV des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl die bislang größte Katastrophe bei der zivilen Nutzung der Kernenergie. Ein Experiment gerät außer Kontrolle, eine Wasserstoff-Explosion zerstört das Reaktorgehäuse; die Brennstäbe schmelzen und Radioaktivität entweicht. Damit ist eingetreten, was nach Ansicht von Wissenschaftlern nur einmal in einer Million Jahren passieren konnte, der GAU, der Größte Anzunehmende Unfall.
Gefahr nach Tschernobyl ja - oder vielleicht - oder nein
Während Prof. Gregor Zibold von der Hoschschule Weingarten meint, es habe für die deutsche Bevölkerung nach Tschernobyl niemals eine Gefahr bestanden, weil die Konzentrationen des radioaktiven Fallouts hierzulande viel zu gering gewesen sind, verweist Alfred Körblein vom Umweltinstitut München darauf, dass schon geringe Strahlendosen reichten, um Kinder im Mutterleid zu schädigen. Verglichen mit der natürlichen Strahlung von Radon war die Strahlung aus Tschernobyl relativ gering.
Wenn die Strahlenmessung vor dem Essen dazugehört
Die gelernte Tierärztin Anastasia Fedosenko aus dem kleinen Dorf Komarin in Weißrussland, 30 Kilometer entfernt von Tschernobyl, überprüft heute die Strahlenbelastung der Menschen. Sie hat 2005 etwa 400 Lebensmittelproben untersucht; viele Menschen bringen ihr, was sie im Wald gesammelt oder selbst geerntet haben. Sie untersucht auch Schul- und Kindergartenessen, Tierfutter und manchmal auch verbotenerweise geschossene Wildschweine. Sie hat ihre Fachkenntnisse aus Kursen gewonnen.
Die Strahlung in Weißrussland ist heute sogar höher
Die Strahlung in Weißrussland ist 20 Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl dreimal höher als kurz nach Gau vom 26. April 1986: Die Explosion hat besonders viel Plutonium freigesetzt, das beim Zerfall zum noch gefährlicheren Americium wird: Es ist langlebiger und setzt besonders viel Alpha-Strahlung frei. Wenn sie in den Körper gelangt, ist sie besonders zerstörerisch. "Wir registrieren hier ständig Proben, deren Werte höher sind, als erlaubt - jedes Jahr", so eine Angstellte der Radiologiestation.
Zahl der Opfer von Tschernobyl ist noch nicht geklärt
Auch zwanzig Jahre nach der Explosion des Reaktors in Tschernobyl wird kontrovers diskutiert, wieviele Opfer das Unglück kostete. Ende 2005 veröffentlichte die Weltgesundheits-Organisation (WHO) einen Bericht, der von 4000 Opfern ausging. Dem widersprachen viele Organisationen, die von einer Verharmlosung durch die Gesundheitsorganisation ausgehen. Doch die WHO hatte aus ihrer Perspektive Recht, denn sie ließ nur nach internationalen Standards abgefasste Studien gelten.
Erschwernisse beim zweiten Tschernobyl-Sarkophag
Bislang wurde noch nicht mit dem Bau des zweiten Sarkophags in Tschernobyl begonnen. Das allerdings ist keine sinnlose Schlamperei, denn um aus dem Unglücksort wieder eine grüne Wiese zu machen, wird in Dimensionen von Jahrhunderten gedacht. Nun erweisen sich Arbeitsschritte, die man vorher nicht bedacht hat, als notwendig. Bis jetzt wurde auch noch nicht zu Ende überlegt, wie man den explodierten Reaktor letztendlich los werden kann. Bis Ende 2006 soll die neue Ummantelung fertig gestellt sein.
Tschernobyl - 20 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe
Bis zum 26. April 1986 lebte Georgij Reichman mit seiner Familie in Pribjat, nahe bei Tschernobyl. Der führende Ingenieur im Kraftwerk hörte zufällig auf der Straße, dass es eine Störung gegeben habe. Während sich die Radioaktivität ausbreitete, spielte sein Sohn ungehindert vier Stunden lang Fußball im Freien. Das Leben in Pribjat ging wie gewohnt weiter. Die 50.000 Einwohner der Kleinstadt hatten ein Durchschnittsalter von 28 Jahren und waren beinahe alle im Atomkraftwerk (AKW) beschäftigt.
Hintergrund:
Kann ein Atom-Gau wie im Film "Die Wolke" geschehen?
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Dass der Alarm echt ist, kann im ersten Moment niemand glauben. Doch was die 16-jährige Hannah in der Schule zunächst für einen überraschenden Probealarm hält, entpuppt sich als atomarer Ernstfall. Radioaktivität wird freigesetzt, breitet sich in der Umgebung aus, die Menschen geraten in Panik. Mit "Die Wolke" verfilmte Gregor Schnitzler Gudrun Pausewangs Jugendroman, den sie einen Jahr nach der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl geschrieben hat.
Insgesamt ist mit 4000 Tschernobyl-Toten zu rechnen
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Der schwere Atomunfall in Tschernobyl (Ukraine) vor fast 20 Jahren könnte nach Einschätzung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) schätzungsweise 4000 Menschenleben fordern. Bis Mitte dieses Jahres seien allerdings erst 50 Todesfälle direkt im Zusammenhang mit dem Gau in dem Atomkraftwerk nachzuweisen. Die meisten von ihnen seien unter den rund 1000 Arbeitern und Helfern zu finden, die unmittelbar nach der Katastrophe extrem hoher radiologischer Strahlung ausgesetzt waren.
19 Jahre nach Tschernobyl strahlen die Wildschweine
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Auch 19 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind deutsche Wildschweine noch stark radioaktiv belastet. Das belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene Studie, bei der die Strahlung von Wildbret sowie von Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurde. "Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an", erklärte der Sprecher des BfS, Florian Emrich. Rotwild ist dagegen weniger stark betroffen.
Tschernobyl 15 Jahre danach
Er strahlt noch immer - der Unglücksreaktor 4 von Tschernobyl. Bereits wenige Monate nach dem atomaren Super-GAU im April 1986 wurde der explodierte Block 4 in einen Betonmantel eingeschlossen. Doch der Sarkophag über dem Reaktor ist einsturzgefährdet. Der Schutzmantel ist mit Löchern von über 1000 Quadratmetern übersät.
Bäume in Tschernobyl schützen sich
Bäume im Katastrophengebiet von Tschernobyl verändern in Folge der radioaktiven Verstrahlung ihre Erbstubstanzz. Auf diese Weise schützten die Pflanzen ihr Genom vor einer Destabilisierung durch Radioaktivität, berichtet die britische Fachzeitschrift "New Scientist" (Nr. 2411, S. 10) über die Studie eines kanadisch-ukrainisches Forscherteams.


Radioaktive Kontamination nach dem GAU von Tschernobyl (Flash-Animation)


Der Supergau - 20 Jahre nach Tschernobyl

Lebensthema Tschernobyl - die Fotografien des Igor Kostin
" Zones of Exclusion"

Radioaktivität in Wildschweinen messbar
Nach Tschernobyl starben mehr Säuglinge
Der "Don Quichote" von Tschernobyl
Tschernobyl geht vom Netz
Neue Stahlhülle für Tschernobyl-Reaktor
Tschernobyl endgültig abgeschaltet
Tschernobyl erhöht Mutationsrate
Radioaktivität wird zerstrahlt
"Nur keine Kernschmelze"
Nukleare Entwicklungshilfe für Armenien
Strahlenbelastung in Deutschland gering
Pilze sind strahlenbelastet, aber ungefährlich
Sicherheits-Vorkehrungen in Atomanlagen
Strahlenschäden noch bei Enkeln
Atomkraftwerke bringen Krebs
In Japan mehr Menschen als angenommen verstrahlt

26.04.2002, zuletzt aktualisiert am 20.04.2007 / mp
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