Der Bonner Agrarwissenschaftler Dr. Joachim Clemens macht aus Urin Kunstdünger. Magnesium kann den Phosphor zu 98 Prozent aus dem Urin ausfällen; das entstehende Struvit (MgNH
4PO
4) ist ein Dünger ohne Pharmarückstände oder Hormone. Der Kanton Basel-Landschaft trennt Schadstoffe per Elektrodialyse und Ozon aus dem Urin; der so entstehende Dünger schnitt ähnlich gut wie Mineraldünger ab und besser als Gülle oder organischer Handelsdünger. Nährstoffe aus dem menschlichen Urin könnten in der Schweiz mindestens 37 Prozent des Stickstoff- und 20 Prozent des Phosphorbedarfs ersetzen, die heute durch importierten Kunstdünger gedeckt werden. Drei Viertel der Schweizer würden mit Urindünger produziertes Gemüse kaufen. Von den Landwirten halten 57 Prozent den Urindünger für eine gute Idee.