Klimaaktivisten Lupe
Viele Umweltschutzverbände fordern, die Emissionen drastisch zu senken
"Industriestaaten sollen Verantwortung zeigen"
BUND fordert, die Emissionen deutlich zu reduzieren
"Die Industriestaaten haben eine große Verantwortung", sagt Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Sie müssen selbst erst einmal zeigen, dass Klimaschutz möglich ist."
Der BUND fordere daher, die Emissionen in den Industriestaaten bis 2020 um 45 Prozent zu reduzieren. "Und: Diese Reduktionen müssen national erfolgen. Einen globalen Ablasshandel, in dem man sich freikaufen kann von seinen Verpflichtungen, lehnen wir ab."

Vielmehr soll Klimawandel zur Pflicht werden - für alle. Das Luxusleben der Industriestaaten solle nicht auf Kosten der Entwicklungsländer gehen. Die reichen Länder profitierten am meisten von den Faktoren, die den Klimawandel verursachen. Industrieländer sollten die Staaten unterstützen, die stark unter den Folgen leiden.

"Industriestaaten sollen den Entwicklungsländern helfen, selbst Klimaschutz zu machen", sagt von Broock. Die Entwiscklungs- und Schwellenländer sollten selbst in erneuerbare Energien investieren und nicht den Fehler wiederholen, "den die Industriestaaten gemacht haben. Dafür ist ein massiver Finanztransfer nötig."

Häufigere Stürme, steigende Meeresspiegel und länger anhaltende Dürreperioden sind Anzeichen der Erderwärmung. Auch in Deutschland mache sich der Klimawandel bemerkbar. "Die Zecke breitet sich immer weiter aus und damit auch die Übertragung von Krankheiten", sagt von Broock. "Malaria rückt weiter vor, auch nach Europa. An der Küste spüren wir den Anstieg des Meeresspiegels. Das ist alles noch relativ harmlos im Verhältnis zu dem, was Menschen zum Beispiel in Bangladesch erleben, wo die Fluten massiv zunehmen und die Menschen von dem Territorium vertrieben werden, wo sie bisher gelebt haben."

China und USA erzeugen Großteil des CO2-Ausstoßes
Wenige Tage vor Beginn des Weltklimagipfels in Kopenhagen hatte das Statistische Bundesamt auf die eklatanten Unterschiede beim Ausstoß von Treibhausgasen verwiesen. China, die USA, Russland und Indien seien für die Hälfte des weltweiten Ausstoßes von CO2 bei der Nutzung von Energie verantwortlich. China habe 2007 die USA als größten Emittenten abgelöst, teilten die Statistiker am 4. Dezember 2009 in Wiesbaden mit. Beide Länder zusammen seien für mehr als 40 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich.

Das Statistische Bundesamt beruft sich auf Daten der Internationalen Energieagentur (IEA). Demnach sind die Emissionen von 1990 bis 2007 weltweit von rund 21 auf 29 Milliarden Tonnen gestiegen. Fast die Hälfte des Zuwachses kam aus China.

Unter den Industrieländern zählen neben den USA nach wie vor Japan, Deutschland, Kanada und Großbritannien zu den größten Emittenten. Der Ausstoß von Kohlendioxid aus energetischer Nutzung hat sich in diesen Ländern allerdings sehr unterschiedlich entwickelt: Während Deutschland seinen Ausstoß von 1990 bis 2007 um 16 Prozent und Großbritannien um rund fünf Prozent reduzierte, erhöhten die anderen Länder in diesem Zeitraum ihren Kohlendioxidausstoß. Am deutlichsten stiegen die CO2-Emissionen mit über 32 Prozent in Kanada. Diese Erhöhung liegt aber noch unter dem globalen Durchschnitt von 38 Prozent.

Die Emissionen pro Einwohner sind in den Schwellenländern laut Statistischen Bundesamt bedeutend niedriger als in den Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen. So waren die Emissionen pro Einwohner in den USA 2007 mehr als 16-mal so hoch wie in Indien.

Infografik
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17.12.2009 / jus mit Material von epd