Planetarer Nebel Video
Mit 6000 Kilometern pro Sekunde rast die Sternenasche durch den Kosmos
"Gast" an Chinas Himmel war eine Supernova
Moderne Astronomen erklären Erscheinung von 185
Der Stern, der chinesische Astronomen 185 n. Chr. erstaunte, war eine Supernova, haben die neuzeitlichen Astronomen Frank Verbund und Eveline Helder von der Universität Utrecht herausgefunden.
Der Nebel RCW 86 ist der Überrest der Sternenleiche. "Wenn ein Stern explodiert, fliegt das Gas in alle Richtungen, was man noch nach 1000 Jahren als heißes Gas im Röntgenbereich sehen kann", erläutert Verbund. "Von allen Röntgensatelliten kann Chandra die meisten Details erkennen", ergänzt Helder.

Das "Very Large Telescope" in der chilenischen Atacama-Wüste hat diese Wolken im sichtbaren Bereich aufgelöst: Die Gaswolke rast mit 6000 Kilometern pro Sekunde durch das All und hat seinen Ursprung dort, wo chinesische Astronomen den "neuen Stern" verzeichnet haben.

Ein historischer Bericht der späten Han-Dynastie beschreibt einen neuen Stern, der am 7. Dezember des Jahres 185 nach Christus in der Sternengruppe "Nanmen" (südliches Tor) - Centaurus in der babylonisch-griechischen Nomenklatur - knapp über dem Horizont erschien und erst 19 Monate später wieder verblasste. Astronomen hatten schon lange ohne Erfolg am Himmel nach Resten der angeblichen Stern-Explosion gesucht. Zeitweise wurde ein Komet als Ursache vermutet.

Supernovae sind äußerst seltene, spektakuläre Explosionen, die kollabierte Neutronensterne zurücklassen. Der Krebsnebel geht ebenso darauf zurück wie ein ebenfalls von chinesischen Astronomen beschrieben "Gaststern" von 386 und der "neue Stern" des dänischen Astronomen Tycho Brahe von 1572. Mit moderner Technik war es möglich, Reflexe des Explosionsblitzes aufzufangen, die von Staub- und Gaswolken aus der Umgebung des Sterns zurückgeworfen wurden. Wegen ihres Umwegs waren diese Reflexe 436 Jahre länger zur Erde unterwegs als der Blitz selbst.

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22.10.2009 / mp mit Material von dpa