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Das "Speedbike" sieht aus wie eine fliegende Kugel
Hohe Geschwindigkeit bei wenig Kraft
Aerodynamische Fahrräder mit Kabinen
Mit einem Fahrrad 90 Kilometer pro Stunde erreichen und das mit wenig Kraft - dieses Ziel strebt Francesco Russo an. "Wir wollen zeigen, wie effizient man mit der gleichen Kraft, mit der man auf einem Rennrad 40 Kilometer pro Stunde fährt, mit dem 'Speebike 90' fahren kann." Der Architekt hat sein schnelles Bike in vielen Stunden Arbeit gefertigt. Seine Idee: Fahrräder können fast so schnell sein wie Autos.
Allerdings ist das "Speedbike" nicht für jeden geeignet. Aufwändig und kompliziert muss sich der Fahrer in sein Rad hinein setzen, was ohne Unterstützung anderer fast unmöglich ist. Nur ein Luftloch bleibt dem Fahrer in seiner Kabine, ansonsten ist alles abgeklebt, so dass bei dem hohen Tempo nichts wegfliegt.

Speziell sei bei dem Gefährt der "Vorderradantrieb, damit ich keine Kette nach hinten führen muss. Da es Zwanzig-Zoll-Räder sind, muss ich auch die Übersetzung hinkriegen. Ich habe ein großes Blatt vorne und ein Zwischengetriebe, mit der wir die Anzahl der Blätter verdreifachen können." Die Schaltung funktioniere wie bei einem herkömmlichen Rennrad.

Enorme Geschwindigkeiten ließen sich so errreichen. "Mit diesem Speedbike kann ich mit nur 300 Watt 90 Kilometer pro Stunde fahren", meint Russo. "300 Watt sind drei Glühbirnen à 100 Watt. Und dann erklärt uns die Industrie, dass es nicht möglich ist, ein Auto zu bauen, das weniger verbraucht. Da sieht man eigentlich, welcher Beitrag durch die Aerodynamik geleistet werden kann, um aufzuzeigen, was heute mögllich ist."

Das Velomobil - futuristisches Liegefahrrad mit Kabine
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Alltägliche Strecken lassen sich mit dem Velomobil bewältigen
Eine andere Mischung aus Rennbob, Flugzeugrumpf und Kabinenroller flitzt auf drei schmalen Rädern noch selten durch die Lande, findet aber immer mehr Fans. Im Gegensatz zum "Speedbike" kann sich jeder mit einem Velomobil Fortbewegen. "Das ist ein voll verkleidetes Liegefahrrad", sagt Jens Schliwa aus Sittensen im Landkreis Rotenburg. Schliwa besitzt ein solch futuristisches Hightech-Liegerad mit 27-Gang-Schaltung, Überrollbügel, elektrischer Beleuchtung, Zugklingel und Warnsirene.

Anderthalb Jahre musste Schliwa auf seine Bestellung beim Hersteller in den Niederlanden warten. Die kleinen Manufakturen kämen mit der aufwendigen Produktion kaum hinterher, obwohl Kunden im Schnitt 6000 Euro dafür zahlen. "Der Markt wächst sehr schnell", weiß Joachim Fuchs aus Karlsruhe.

Fuchs ist Kabinenradler aus Leidenschaft und betreibt seit 2002 eine Velomobil-Info-Plattform im Internet. "Um das Jahr 2000 gab es nur drei nennenswerte Hersteller. Heute sind es mehr als zwölf." Nach seiner Schätzung wurden bis Mai 2008 weltweit 1500 bis 2000 Stück gefertigt, überwiegend in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark.

"Als ich Lehrer war, fuhr ich jeden Tag von meinem Haus nach Lelystad zur Arbeit", erinnert sich Fahrradhersteller Johan Vrielink von Flevobike. "Das sind 21 Kilometer und im Flevoland weht immer ein starker Wind. Wenn das Wetter schlecht ist, ist ein Fahrrad in dem man mit dem ganzen Gepäck ganz trocken und warm sitzen kann, natürlich herrlich. Der Wind stört kaum."

"Durch die Aerodynamik schafft man größere Strecken bei gleicher Anstrengung", sagt Fuchs. Ein trainierter Fahrer erreiche 50 bis 60 Kilometer pro Stunde in der Ebene, bergab sei sogar Tempo 100 drin. Realistischer Durchschnitt seien 25 bis 35 Kilometer pro Stunde. Zudem bleibe der Körper von Wind und Wetter geschützt. Das mache es als "Zweitwagen" für den Weg zur Arbeit interessant, meint er.

Durch die verkleidete Kabine werde man besser gesehen
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Velomobil: "Ein Spielzeug für die Großen mit Spaßfaktor"
"Ein Spielzeug für große Jungs", nennt Schliwa seinen Einsitzer. Genauso wichtig wie der Spaßfaktor sind ihm aber ökologische Erwägungen: "Ich muss nicht ständig 1500 Kilo Auto mit mir herumschleppen, um 80 Kilo Körpergewicht zu bewegen." Als Verkehrshindernis hat er sich noch nicht gefühlt. "Ich kann nur Positives sagen. Manche hupen, manche winken, alle drehen den Kopf." Obwohl das Velomobil deutlich tiefer auf der Straße liege als ein Fahrrad, sei es nicht zu übersehen, meint Schliwa.

Diese Einschätzung teilt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). "Die Verkleidung vergrößert die Masse, und andere Verkehrsteilnehmer räumen einem mehr Platz ein", sagt ADFC-Sprecherin Bettina Cibulski. Allerdings sei eine defensive Fahrweise beim Liegerad wegen des geringeren Überblicks an Kreuzungen unerlässlich. "Tatsache ist jedoch, dass man sich auf den meisten Modellen mit Sitzhöhen von 50 bis 60 Zentimetern mit Autofahrern in Augenhöhe befindet." Im Prinzip seien Liegeräder sicherer als Normalräder, weil die Fallhöhe geringer ist.

Mit Hilfsmotor schneller und weniger abgehetzt ans Ziel
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Ein Hilfsmotor ergänzt das Treten mit Muskelkraft
"Wenn es einmal ein bisschen bergauf geht oder bei viel Gegenwind, ist es schon angenehm, wenn man Unterstützung dazu hat", meint Andreas Seilinger von Traumvelo. Die Firma verteibt Liegeräder mit Elektroantrieb. "Dann geht es eben flott dahin, auch wenn man vielleicht nicht so frisch drauf ist. Alltagswege lassen sich gut erledigen."

Stefan Gulas hat "eRockit" erfunden. Ein Fahrrad, das einen elf PS starken Elektromotor enthält. Der Motor unterstützt den Radler umso stärker, je mehr in die Pedale tritt. "eRockit" erreicht so eine höhere Geschwindigkeit als die gesetzlich vorgegebenen 25 Kilometer pro Stunde für Fahrrad-Hilfsmotoren. "Die Emotionalität kommt daraus, dass man sich fühlt wie auf einem Fahrrad, aber die hohe Geschwindigkeit eines Motorrads hat", so Gulas.

Schwerpunkt
Forschen am Fahrrad - Hightech und Medizin am Bike
Links
Fahrradkonferenz "Velo-city 2009"
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12.05.2009 / jus mit Material von dpa