Ein Ersatz für Morphine aus dem Gift der Kegelschnecke
Die Toxine der Meerestiere dämpfen Schmerzen, machen dafür aber nicht süchtig
Kegelschnecken erlegen ihre Beute mit einem Giftcocktail
Toxine aus Kegelschnecken haben eine schmerzdämpfende Wirkung - und machen aber im Gegesatz zu Morphinen nicht süchtig. Prialt, das erste Schmerzmittel, das dem Giftcocktail der Meerestiere entstammt, kam in den USA 2004 und in Europa 2005 auf den Markt. Laut der Uni Frankfurt hilft es hocheffektiv gegen chronische Schmerzen. Die Vielzahl der in einem Gift enthaltenen Conotoxine bietet somit eine Fülle von Möglichkeiten zur Entwicklung von neuartigen, biologischen Arzneimitteln.
Kegelschnecken sind für die Genomforschung und Toxikologie so interessant, weil es von ihnen mehr als 700 Arten gibt, die sich in ihrer Größe, der Musterung und Farbgebung ihrer Schale unterscheiden, aber eines gemeinsam haben: ihre besondere Art des Nahrungserwerbs. Hierfür setzen sie ein Gift ein, das sie mit einem Pfeil in ihre Beute, Fisch, Wurm oder Schnecke, schießen, was diese binnen Sekunden lähmt.
Forscher gingen bisher von mindestens 200 Peptiden im Gift einer einzelnen Schnecke aus, neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass es durchaus mehr sind. So würden die 700 Arten mehr als 140.000 Substanzen bilden, die damit ein überaus reiches Arsenal interessanter Wirkstoffe darstellen.
Die Conotoxine in den Giften sind kleine Eiweißmoleküle (Peptide) mit höchst spezifischer Wirkung auf das Nervensystem. Davon sind in einem Gift mehr als 200 verschiedene vorhanden, die in ihrer Gesamtheit einen äußerst wirksamen und für die Forscher interessanten Giftcocktail darstellen. Es gibt keine bekannten Gegengifte.


Der tödliche Giftcocktail der Kegelschnecken

Der evolutionäre Konkurrenzdruck macht Tiere giftig

07.04.2009 / mp mit Material des idw
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