Strombedarf wird täglich neu ermittelt und verhandelt
Die Megawattstunden für den nächsten Tag werden an den Strombörsen gehandelt
Der Strommarkt ist momentan alles andere als transparent. Früher verteilten die Energieversorgungs-Unternehmen (EVU) die Strommengen im Rahmen der Lastverteilung. Unter- und Überkapazitäten wurden gleichmäßig im Netz verteilt. Heute werden Megawattstunden für den nächsten Tag an den Strombörsen gehandelt oder woanders auf dem freien Markt ver- oder gekauft. Der Energiemix, aus dem ein Stromversorger seine Energieversorgung zusammenstellt, ändert sich stündlich.
Dem Endkunden eine klare "Farbe" und somit eine eindeutige Qualität des Produktes Strom mitzuteilen ist fast unmöglich. Dass dabei zum Teil auch vorsätzliche Täuschung betrieben wird, bemängelt das Umweltbundesamt.
Die Organisationen WWF, BUND, NABU und das Ökoinstitut wollen für Übersicht und Transparenz im Strommarkt sorgen und schufen die Label "Energievision" oder "Grüne Strom Label e. V.". Um dieses Label können sich Energieunternehmen bemühen, die Ökostrom in ihrem Angebot haben. Vergeben die Umweltorganisationen dieses Label an das Stromversorger, muss das Unternehmen garantieren, dass die Mehreinnahmen, die es auf Grund des Ökostromes macht - in der Regel zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde - auch tatsächlich dem weiteren Ausbau regenerativer Energien zu gute kommen.
Die Umweltschutzorganisationen überwachen diese Investition in die regenerative Energie. Ähnlich wie bei Biokost kann der Endverbraucher am Label die Qualität beziehungsweise die "Farbe" seines Produktes erkennen.
Dabei ist das Label nicht nur Garant dafür, dass der Strom aus regenerativer Energie erzeugt wird, sondern auch eine Sicherheit, dass der Ausbau dieser Energieform vom Energieversorgungs-Unternehmen weiter gefördert wird. Jedes Unternehmen muss sich dem Wettbewerb stellen, wie an einer der ersten Strombörsen in Deutschland - der "European Energy Exchange" (EEX) in Leipzig.
Die Stromkonzerne bieten hier über Internet Elektrizität an oder fragen, wenn sie Bedarf haben, auch nach. Jeden Tag werden so einige Tausend Megawattstunden gehandelt. Der Vorteil für den Endverbraucher: Auf Grund des freien Handels stellt sich automatisch der günstigste Preis ein. Doch zu erkennen, aus welchem Kraftwerk er kommt, wird immer schwieriger.
"Europa kann seinen Strombedarf regenerativ decken"
"Es gibt keine Lücke - wir haben mehr Strom als nötig"
"Die Stromkonzerne investieren nicht in ihre Netze"
Erstes Gezeitenkraftwerk vor Irlands Küste angelaufen
Ökstrom-Kombikraftwerk könnte Deutschland versorgen
Drei Zukunftsvisionen beschäftigen den Energiegipfel
Eine Stromautobahn soll Nord- und Südeuropa verbinden
Deutschland erreicht als erstes EU-Land Ökostrom-Ziele
Neue Kohlekraftwerke stehen Klimaschutzzielen im Weg
Der schwierige Weg zu Wettbewerb auf dem Strommarkt
"Regenerative Energie kann 2030 Strombedarf decken"
EU will Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent reduzieren
2006 war Rekordjahr für Nutzung erneuerbarer Energien
Peter Woias sammelt die Energie dort, wo er sie braucht
St. Gallen spart Energie bei der Straßenbeleuchtung

04.12.2000, zuletzt aktualisiert am 12.06.2008 / mh , db
zurück Seitenanfang Druckversion Artikel versenden 3sat / nano [E-Mail]