Berliner Mediziner starten Impfstudie gegen Alzheimer
Sie wollen damit erfolgreiche Versuche an Mäusen auf den Menschen übertragen
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Der Psychiater Dr. Oliver Peters von der Berliner Charité führt seit November 2008 eine Impfstudie gegen Alzheimer beim Menschen durch. Bundesweit sind fünf Alzheimerinstitute daran beteiligt. "Man könnte jemanden, der ein hohes Risiko hat, diese Behandlung anbieten, bevor die Erkrankung überhaupt auftritt", so Peters. "Schließlich wissen wir heute, dass Demenzerkrankungen aufgrund der immer älter werdenden Menschen eine hohe Bedeutung in unserer Gesellschaft haben."
Prof. Frank Heppner schätzt, dass es noch lange dauern wird, bis die Impftherapie Alzheimerpatienten helfen könnte. Vorausgegangen sind Versuche an Mäusen, die durch Zucht automatisch an Alzheimer erkranken. In ihren Gehirnen bilden sich die Beta-Amyloidplaques. Nach der Impfung bilden sich die Plaques zurück oder verschwinden ganz.
"Die Mäuse haben sich in entsprechenden Verhaltenstests besser verhalten", schildert Heppner: "Ihre Gedächtnis- und Bewusstseinsleistung war besser als vor der Immunisierung. Unsere Impfung führt dazu, dass das eigene Immunsystem Antikörper gegen diese pathologischen Eiweiße entwickelt."
Frühere Impfstudien ließen das Immunsystem überreagieren
Schweizer Wissenschaftler mussten 2002 ihre Studie abbrechen: 15 der 300 Probanden bekamen eine lebensgefährliche Gehirnentzündung - offenbar ist die Immunantwort bei ihnen zu stark ausgefallen. Zwei Patienten starben. "Die Impfung betritt Neuland", weiß Pat McGeer von der Universität Vancouver. "Wenn es klappt, wäre es ein spektakulärer Fortschritt. Aber es ist wie bei der Geschichte vom Zauberlehrling und den Geistern, die er rief: Wenn die Verantwortlichen die Warnzeichen nicht verstehen und sich nicht vorsehen, könnten viele Menschen geschädigt werden."
Schließlich spreche man über ein Medikament, das im Gehirn wirken soll, so Prof. David Snowdon von der Universität Kentucky: "Dabei ist es keine Pille, die man gegen Halluzinationen nimmt, wenn man unter Schizophrenie leidet. Wir reden über ein Mittel, das man nehmen muss, wenn man noch gar keine Symptome hat. Eine Impfung, die Plaques und andere Ablagerungen stoppen soll, ist wahrscheinlich nur wirksam, wenn man sie Jahrzehnte im Voraus gibt, bevor sich überhaupt die ersten Symptome bemerkbar machen."

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Nicht alle Forscher teilen die Meinung, dass Plaques Alzheimer auslösen. Mehr dazu in unserem "nano extra": "Rätsel Alzheimer - Suche nach einer Krankheitsursache"


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23.01.2009 / mp
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