"Die Tiertransportregelungen reichen nicht weit genug"
Tierschützer kritisieren die ab 2009 gültigen Vorschriften der Europäischen Union
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"Tiere werden immer noch über viel zu weite Strecken viel zu lange transportiert", kritisiert Veterinär Detlef Mag auch die neuen Regelungen der Europäischen Union zu Tiertransporten. "Ich würde Kälbertransporte generell auf zehn Stunden beschränken, Transporte von Schlachttieren auf acht Stunden und keinen Ferntransport von Saugkälbern zulassen." Neu geborene Tiere und weibliche Tiere, die gerade geworfen haben, dürfen überhaupt nicht mehr transportiert werden.
Tierschützer fordern, die Transportzeiten bei internationalen Transporten auf maximal acht und vier Stunden bei Inlandstransporten zu beschränken. Darüber hinaus müssten auch die Bedingungen, insbesondere die Temperatur- und Platzverhältnisse, verbessert werden. Laut Verband ist erst Anfang 2007 eine EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport in Kraft getreten. Die Regelungen der EU-Verordnung von Anfang 2007 seien weit hinter den Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes zurückgeblieben.
Bei Fahrzeiten von mehr als acht Stunden müssen Fahrzeuge ab dem 1. Januar 2009 mit einem Navigationsgerät ausgestattet sein, schildert Viehkaufmann Jochen Theisen: "Wir können per Mausklick nachvollziehen, wo ein Fahrzeug gerade fährt oder steht, welche Temperaturen auf welcher Etage herrschen und wie oft er die Klappe aufgemacht hat." Die Daten sollen aber nur im Nachhinein und nicht während der Fahrt kontrolliert werden.
Fahrer in Europa brauchen eine besondere Zulassung
Der Fahrer ist wichtiger Teil des Tierschutzes
Die Tiere müssen permanent an Wasser kommen, die Lüftung muss auch im Stand funktionieren. Der Fahrer kontrolliert die Temperatur während der Fahrt. Fahrer in Europa brauchen eine besondere Zulassung für den Umgang mit Tieren, den Befähigungsnachweis. "Ein schonender Tiertransport beginnt schon beim Beladen", sagt Mag. "Man muss so mit den Tieren umgehen, dass sie sich nicht aufregen. Auf dem Fahrzeug sollte man die Tiere so zusammenstellen, dass sie aneinander gewöhnt sind."
"Wenn ich zu viele Tiere auflade, kommen die Tiere nicht vernünftig an - und wenn die nicht gesund ankommen, zieht man mir Geld ab oder ich bekomme gar keins für eine Fracht", sagt Tiertransporteur Heiner Haut. Die Fahrten bedeuteten für die Tiere Höllenqualen, sagte Wolfgang Apel, Präsident des Tierschutzbunds.
"Es müsste mehr und flächendeckend kontrolliert werden"
Noch immer kommt es zu Verstößen
Regelmäßig komme es zu Verletzungen und zu Verstößen gegen die ohnehin aus Tierschutzsicht nicht ausreichenden Auflagen. Vielfach würden die Tiere über Tage hinweg von einem Ende Europas ans andere gefahren, anstatt vor Ort geschlachtet zu werden - "nur damit die Agrarindustrie ein paar Cent mehr Profit pro Schlachttier einstreicht", kritisierte die Tierschutzorganisation. "Wir finden immer noch bei jedem zweiten Mängel, vor allem in der Dokumentation, aber auch gegen die Tierschutzvorschriften", beschreibt Amtstierärztin Claudia Eggert. "Wir finden Überladungen, Verletzungen in Höhe des Rückens und haltungsbedingte Schäden. "Es müsste mehr und damit flächendeckend kontrolliert werden. Aber die Veterinärämter sind alle so besetzt, dass sie die Aufgaben, die sie bedienen müssen, gerade so bedienen."
Laut Tierschutzbund werden jährlich allein von den Niederlanden aus etwa 1,3 Millionen Schweine über 1600 Kilometer zur Mast oder Schlachtung nach Italien und Spanien transportiert. Insgesamt würden täglich über eine Millionen Tiere über Europas Straßen hin- und hergekarrt.


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18.12.2008 / mp mit Material von ap
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