Forscher versuchen, der Natur einen Preis zu geben
Achim Wehrmann möchte den Wert von Miesmuschel in der Nordsee bestimmen
"Wichtig ist es, der Biodiversität einen Wert zu geben", sagt Dr. Achim Wehrmann vom Forschungsinstitut Senckenberg. "Einen genauen Wert wird man ihr aber nicht geben können, dazu gibt es zu unterschiedliche Wichtigkeiten und Wertungen einzelner Aspekte der Biodiversität." Wehrmann versucht, im Wattenmeer der Nordsee der Miesmuschel einen Preis zu geben. "Wir haben Mitte der 1990er Jahre festgestellt, dass unsere Besatzmuschelbänke von Austern befallen sind", sagt Muschelforscher David de Leeuw.
"Diese Bänke sind nicht mehr nutzbar. Das bedeutet weniger Besatzmuscheln, weniger Konsummuscheln auf der Kultur und Umsatzeinbußen", so de Leeuw weiter. Fast 200 Millionen Tonnen Fische und Meeresfrüchte werden weltweit aus den Meeren gefischt, sieben Mal mehr als noch vor 50 Jahren.
In Deutschland gibt es nur wenige Wissenschaftler die einen Preis für Biodiversität errechnen wollen. Einige Preise sind jedoch bereits bekannt: Regenwürmer produzieren jährlich rund Tonne Humus pro Hektar, der Wert je Tonne liegt bei 2,50 Euro. Schilf reinigt Wasser auf natürliche Weise. Entfernt man das Gras, muss die Arbeit von Kläranlagen gemacht werden. Der Eichelhäher vergräbt bis zu 7000 Eicheln im Jahr, von denen viele keimen und zu Bäumen anwachsen. Den Forstbetrieben ist diese Arbeit immerhin einen Euro pro Baum wert.

Zu diesem Thema sprachen wir mit Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseums Senckenberg

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30.05.2008 / db
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