"Afrikas Biologen kennen die Probleme des Alltags"
Mehr als 80 Prozent der Einwohner Burkina Fasos leben von und mit der Natur
"Der afrikanische Wissenschaftler wird neben seiner theoretischen Arbeit auch in seinem Alltag mehr mit den Problemen der Menschen konfrontiert", sagt der Biologie-Professor Adjima Thiombiano von der Universität Ouagadougou in Burkina Faso, der einzigen des Landes, an der auch Biologie unterrichtet wird. "Er findet wahrscheinlich deshalb die besten Lösungen für hiesige Umweltprobleme." Mehr als 80 Prozent der Einwohner Burkina Fasos leben von und mit der Natur.
Monokulturen, deren Ertrag nur für den Export bestimmt ist, gefährden die Selbstversorgung der Menschen. "Wir erfahren nie, wie sich der Anbau fremder Nutzpflanzen auswirkt", schildert Thiombiano. "Das wird uns vorenthalten - auch, um die Forschung in Afrika zu beeinflussen."
Seiner Meinung nach sollte der Westen auch an die Zukunft Afrikas denken: "Wenn wir tatsächlich eine wirkliche Partnerschaft zwischen uns aufbauen wollen, sollten die europäischen Partner auch die Zukunft unserer Bevölkerung in Betracht ziehen. Und wir sollten den Mut haben, solche Finanzierungsangebote zurückzuweisen."
Bislang ist nicht untersucht, welche Folgen der Anbau der Jatropha-Pflanze auf die Natur in Burkina Faso hat. Jatropha soll günstigen Biodiesel auch bei schlechten Böden gewährleisten, doch Thiombiano warnt vor dem übereilten Anbau der Jatropha, da diese die heimischen Pflanzenarten verdrängen könnte.

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Burkina Faso - Einer der zehn ärmsten Staaten der Welt mit einem guten Ruf

21.05.2008 / mp
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