Bei Grippe-Symptomen sofort zum Arzt und ab ins Bett
Das Robert-Koch-Institut in Berlin nennt Symptome und Therapiemöglichkeiten
Wenn die Zahl der Erkrankungen steigt, handelt es sich nicht immer um die berüchtigte Virusgrippe. Immer wieder werden unter "Grippe" fälschlicherweise auch die im Winter gehäuft auftretenden banalen Erkältungskrankheiten verstanden. Mehr als 200 Viren sorgen für die Erkältung, den "grippalen Effekt". Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin nennt Symptome und Therapiemöglichkeiten einer "echten" Influenza und wie sie sich von den harmloseren Infekten unterscheidet.
Symptome
Im Gegensatz zu einer normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu. Symptome sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten.
Während die Influenza bei manchen bis zum Tode führen kann, zeigen sich bei anderen kaum Symptome. Wegen des ohnehin geschwächten Immunsystems können bakterielle Zusatzinfektionen wie Mittelohrentzündungen bei Kindern oder Lungenentzündungen auftreten, die vor allem für Ältere und chronisch Kranke lebensbedrohlich sein können. Allein in einem Jahr mit einer "normalen" Grippewelle sterben in Deutschland 5000 bis 8000 Menschen an den Folgen.
Diagnose
Die eindeutige Diagnose kann durch einen Virusnachweis, zum Beispiel aus einem Nasen- oder Rachenabstrich, oder durch einen Antikörpernachweis in einer Blutuntersuchung gestellt werden.
Therapie
Grippe kann nicht ursächlich behandelt werden. Wen die Viren erwischt haben, sollte in jedem Fall frühzeitig zum Arzt gehen, körperliche Belastungen vermeiden und strenge Bettruhe einhalten. Zusätzlich können Nasentropfen, schleimlösende oder fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Präparate, die die Ausbreitung der Erreger auf der Schleimhaut der Atemwege hemmen, gibt es als Pulver, Kapsel oder Saft. Neuraminidasehemmer wie Oseltamivir sind vor allem bei Patienten mit einem Risiko für Komplikationen sinnvoll.
Durch Blockade eines viruseigenen Botenstoffs verhindert das Mittel, dass gefährliche Viren beim Menschen in die Zellen eindringen und sich vermehren können. Antivirale Arzneimittel sollten möglichst bis 48 Stunden nach den ersten Symptomen angewendet werden. Bei bakteriellen Zusatzinfektionen werden Antibiotika eingesetzt.
Impfung
Die freiwillige Schutzimpfung ist nach wie vor die wirksamste Form der Grippevorbeugung. Der Impfstoff wird jedes Jahr neu zusammengesetzt, weil sich die Erreger ständig verändern. Experten der Arbeitsgruppe Influenza (AGI) halten die Impfung für Risikopatienten auch kurz vor der Grippewelle noch durchaus für sinnvoll. Der volle Impfschutz wird allerdings erst zwei Wochen nach der Spritze erreicht.
Risikogruppe
Experten beziffern die Zahl der Risikopersonen in Deutschland auf rund 27,5 Millionen. Dazu zählen neben älteren Menschen über 60 Jahre auch Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem oder Grundleiden wie Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes oder chronischen Lungenerkrankungen. Empfohlen wird die Schutzimpfung aber auch für medizinisches Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege.

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13.03.2008 / afp / mp
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