Die Gene beeinflussen, wie wir auf Nährstoffe reagieren
Junge Disziplin "Nutrigenomik" erforscht Zusammenspiel von Genen und Nahrung
"Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit unterschiedlichen Varianten von zentralen Stoffwechsel-Genen auf die gleiche Nahrung recht unterschiedlich im Stoffwechsel reagieren", erläutert Prof. Hannelore Daniel vom Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung der Technischen Universität München. "Solche Unterschiede können Hinweise auf eine beginnende Krankheit liefern: Analysen zeigen, wie Genvarianten und Inhaltsstoffe den Stoffwechsel verändern."
So können Mediziner auch untersuchen, ob bestimmte Inhaltsstoffe die Gesundheit fördern oder ihr schaden. Obwohl derartige Analysen noch als eher unreif zu bezeichnen seien, "ist das Interesse der Verbraucher an personalisierten Ernährungsempfehlungen definitiv schon heute vorhanden", sagt Prof. Daniel. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Mensch 25.000 Gene hat, aus denen 100.000 Proteine enstehen, die am Ende die Funktion tragen. Wenn man auf der Grundlage von 20 oder auch 30 Genen individuelle Polymorphismen - kleine Varianzen - untersucht, wird deutlich, dass das nur der Anfang sein kann."
Die junge Wissenschaftsdisziplin "Nutrigenomics" sucht auch nach grundlegenden Zusammenhängen zwischen den Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen und der Entstehung von Krankheiten. Denn Nahrung liefert nicht nur notwendige Treibstoffe, um den Stoffwechsel des Körpers aufrecht zu erhalten. Sie beeinflusst auch die Genstruktur, die Bildung und Aktivität von Eiweißstoffen und die Ausschüttung von Hormonen. Dadurch nimmt sie direkten Einfluss auf unseren Stoffwechsel, unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

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04.03.2008 / mp mit Material des idw
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