Rettung aus der Luft mit verbessertem Flugroboter
"Marvin" wurde für Katastropheneinsätze als Hilfe für die Feuerwehr entwickelt
Wenn Menschen in Gefahr sind, kommt Flugroboter Marvin zum Einsatz. Von Bränden beispielsweise funkt er alle sieben Sekunden ein Bild zum Boden. Aus den Aufnahmen können Feuerwehrleute erkennen, ob Menschen in Gefahr sind, Gastanks explodieren können und wo besonders schnell gelöscht werden muss. Der Flugroboter wurde ursprünglich von Informatikstudenten der TU Berlin entwickelt. Heute tüfteln Wissenschaftler, wie er selbstständig nach Opfern suchen oder Brände löschen kann.
Der Modellhubschrauber bewahrt Feuerwehrleute und Helfer davor, selbst Schaden zu nehmen. Der größte Nachteil von Hubschraubern besteht normalerweise darin, dass sie die am schwierigsten zu handhabenden Flugsysteme sind. Ein Pilot braucht schon sehr viel Fingerspitzengefühl, um einen Hubschrauber sicher in der Luft zu halten. Um Marvin zu fliegen, braucht man aber keine Flugerfahrung, weil man seine Flugroute einfach einprogrammieren kann.
Weil Marvin ein Roboter ist, kann er sich dank zahlreicher Bordinstrumente selbst steuern. Dank Satellitennavigation weiß er jederzeit, wo er sich gerade aufhält. Orientierungssensoren messen Lage und Beschleunigung und die eigentliche Sondierung des Geländes erfolgt mit einer Kamera. Durch sie ist es möglich, Bilder live an die Einsatzkräfte am Boden zu funken. Ausgestattet mit Rauch- und Flammendetektoren kann Marvin Brandherde sogar automatisch aufspüren. Dank einer speziellen Software erkennt der Flugroboter auch Verletzte anhand ihrer Umrisse und des Kontrastes.
Das Einsatzspektrum umfasst aber auch Strahlenunfälle, Giftgaskatastrophen und Überschwemmungen. Einen Großteil der zehnjährigen Forschungsarbeit verschlang die Entwicklung der Software des Steuerungscomputers. Dafür mussten viele Analysen und Experimente wie zum Beispiel mit einem "Quadrotor" durchgeführt werden. Das ist ein Flugobjekt das sich durch vier Propeller autonom in die Luft erhebt. Wie Marvin auch, fliegt das Gerät derartig kontrolliert, dass man es selbst innerhalb eines Labors fliegen kann.
Um die Möglichkeiten der Systeme von Mini-Robotern zu verbessern, arbeiten die Berliner Wissenschaftler im Rahmen des EU-Projektes "Aware" mit sechs Forschungspartnern zusammen. Doch trotz aller Bewunderung für Marvin wird der Mini-Roboter noch eine Menge Arbeit verursachen, denn er funktioniert nur dann tadellos, wenn ihm wirklich nichts in die Quere kommt. Damit sich Marvin in Zukunft auch einmal innerhalb von Gebäuden oder zwischen den Häusern einer Stadt bewegen kann, müssen aber noch Sensoren gefunden werden, die Hindernisse wahrnehmen können.
In Zukunft soll der Mini-Roboter auch dazu in der Lage sein, Lasten transportieren zu können. Da die Kapazitäten eines einzelnen Hubschraubers aber nur klein sind, sollen mehrere Marvins miteinander gekoppelt werden und Lasten von bis zu 25 Kilogramm transportieren können. Eingeschlossenen Personen könnte man so im Ernstfall Hilfsmittel zukommen lassen.

Künstliche Menschen:
zu Lande
zu Wasser
in der Luft
im Weltraum
beim Fußball
am Bau und in der Fabrik

Beschreibung des EU-Forschungsprojektes Aware (engl.)
"'Marvin' in Aktion" und
"Autonom handelnder Flugroboter" von den Uni-Protokollen
"'Marvin' gewinnt 'Millennial Event'" von der TU Berlin

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24.08.2007 / mm
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