Teures Wohngebiet liegt auf größter bewohnter Altlast
Sanierungskosten, um die Altlasten zu beseitigen, belaufen sich auf Billionen Euro
Im Stadtteil Osnabrück-Wüste steht die größte bewohnte Altlast Deutschlands; im zweitteuersten Wohngebiet der Stadt sind 1800 Grundstücke verseucht. In dem Gebiet, das früher als Abfall-Deponie genutzt wurde, müssen die verseuchten Böden abgetragen und ersetzt werden. Angeblich brachten erst gesundheitliche Beschwerden der Anwohner das Amt auf die Spur der Gifte und des Mülls. Neben Teilen alter Krüge aus den 1920er Jahren lassen sich auch polyzyklische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Blei finden.
Während PAK stark krebserregend ist, ist die hohe Bleibelastung besonders für Kinder gefährlich. Man vermutet einen Zusammenhang zwischen der Bleibelastung im Boden und dem Blutbleigehalt bei Kindern. Wie man weiß, behindert Blei besonders bei Kleinkindern die Entwicklung des Gehirns.
Weil in Osnabrück ein Gebiet von 200 Hektar kontaminiert ist, ist bereits jetzt schon damit zu rechnen, dass die Sanierung Millionen kosten wird. Neben den bereits bekannten Altablagerungen wurden noch 3000 andere Altstandorte erfasst. Das sind Flächen, die in der Vergangenheit gewerblich industriell genutzt wurden und bei denen nicht auszuschließen ist, dass durch diese Aktivitäten auch Schadstoffe in den Boden gelangt sind. Dabei handelt es sich um Fabrikgelände, chemische Reinigungen, Schrottplätze oder Tankstellen.
Die Zahl der belasteten Altstandorte der Industrie in Deutschland beträgt sich auf schätzungsweise 500.000. Bei dieser Anzahl ist eine komplette Sanierung finanziell vollkommen unvorstellbar. Doch verseuchter Boden kann auch nach Jahrzehnten noch giftig aktiv sein. Weil man sich beim Umweltamt Düsseldorf oft mit Gift im Grundwasser herumplagen muss, müssen häufig alte Akten gewälzt werden, um herauszufinden, wo die Schadstoffe vor 50, 60 oder 70 Jahren in den Boden gelangt sind.
Häufig findet man Verunreinigungsfahnen im Grundwasser, die Kilometer lang sein können. Aus Erfahrung weiß man beim Umweltamt, dass selbst kleinste Verunreinigungen größte Auswirkungen auf das Grundwasser haben können. In der Nähe eines Wohngebiets verunreinigte ein Recyclinghof für Lösungsmittel das Grundwasser. Nun wird dort seit Beginn der 1990 Jahre gereinigt. Obwohl das verseuchte Grundstück nur 3000 Quadratmeter groß ist, belaufen sich die Sanierungskosten inzwischen auf über 20 Millionen Euro. Denn das mit krebserregenden, chlorierten Kohlenwasserstoffen belastete Grundwasser verteilte sich über vier Kilometer und bedrohte die Trinkwasserversorgung der Stadt Düsseldorf.
Insgesamt gibt es in Düsseldorf vierzehn großflächige Grundwasserverunreinigungen. Doch obwohl nicht nur die Ruhrgebiets-Städte unter dieser Belastung leiden, wird das Problem in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das mag auch daran liegen, dass die Verschmutzungen meist unsichtbar sind und nur die unmittelbar Betroffenen mit dem Problem konfrontiert werden. Den Kommunen bleibt nichts anderes, als den verseuchten Boden aufwändig zu ersetzen.

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"Altablagerung Osnabrück Wüste" von "Osnabrück.net"

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05.07.2007 / mm
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