Mädchen mit Spezialbrille Video
Eine Spezialbrille zeigt Jugendlichen, wie Alkohol wirkt
Mitmach-Parcours gegen Alkohol
"Volle Pulle Leben, auch ohne Alkohol"
Im Mitmachparcours "Volle Pulle Leben - auch ohne Alkohol" treten Schülerteams in einem spielerischen Wettkampf gegeneinander an, beantworten Wissensfragen, sprechen über eigene Erfahrungen und lernen dabei viel über Risiko, Suchtgefahren und Wirkungen von Alkoholkonsum. "Wir wollen einen vernünftigen Umgang mit Alkohol erzeugen ohne Abschreckung, sondern mit Aufklärung, die die Jugendlichen da abholt, wo sie sind", sagt Holger Hönck vom Berliner Verein "Karuna".
Konzipiert ist der Parcours für Schüler ab der sechsten Klasse. Gerade im Kinder- und Jugendalter würden Einstellungen und Verhaltensweisen für den Konsum legaler und illegaler Drogen geprägt, die sich im Erwachsenenalter verfestigen, sagte Birgit Grämke von der Koordinierungsstelle für Suchtvorbeugung in Mecklenburg-Vorpommern. Schulen können den Parcours als Baustein einer Projektwoche für ein Entgelt von 100 bis 130 Euro pro Tag anfordern.

"Bei Jugendlichen hoffen wir, dass man mit Aufklärung noch verhindern kann, dass aus einem einmaligen Alkoholkonsum oder aus einem massiven Alkoholkonsum eine echte Drogenkarriere wird im Sinne lebenslangen Trinkens", ergänzt Torsten Schröder von der Berliner Charité. Befragungen von Schülern neunter und zehnter Klassen 2007 ergaben, dass bis zum Alter von zwölf Jahren bereits die Hälfte der Befragten Erfahrungen mit Alkohol hatte. Mit 16 Jahren waren dies schon 98 Prozent der Jungen und 97 Prozent der Mädchen.

23.165 Jugendliche tranken sich ins Krankenhaus
im Rettungswagen Lupe
Bisweilen endet die Party sogar tödlich
Zwar gibt sich einer Studie von 2008 zufolge nur noch jeder fünfte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren dem exzessiven Binge-Trinken (engl. für Kampftrinken) hin, nachdem es im Vorjahr noch jeder vierte war. Aber noch nie mussten so viele 10- bis 20-Jährige im Krankenhaus stationär behandelt werden wie im Jahr 2007 - genau 23.165 Kinder und Jugendliche. Neuere Zahlen liegen für diese Bilanz noch nicht vor - doch eine Umkehr des Trends ist nach Meinung von Fachleuten in jüngster Zeit nicht eingetreten. Von Koma-Trinken spricht man, wenn fünf oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken werden: Je nach Konstitution und Alkoholgehalt können schon fünf Gläser schlimme Folgen haben und direkt in die Ambulanz führen.

Das Problem liegt nicht nur bei den Jugendlichen: In Deutschland trinken fast zehn Millionen Menschen Alkohol in riskanter Form. Rund 1,3 Millionen Menschen gelten als alkoholabhängig. Die Tendenz beim Alkoholkonsum ist zwar leicht rückläufig. Deutschland liegt aber nach Angaben aus dem neuen Drogenbericht der Regierung im internationalen Vergleich weiter unter den Top Ten.

Schwerpunkt
C2H5OH: Alkohol macht froh, aber wird bald zum Gift
Infos
Informationen zum Parcous vom Verein "Karuna"
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13.06.2007, zuletzt aktualisiert am 27.05.2009 / mp mit Material von dpa