Viele geben statt zu helfen einfach die Verantwortung ab
Zwei Drittel helfen nicht am Unfallort, sondern orientieren sich am Verhalten anderer
Psychologen haben festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit zu helfen sinkt, je mehr Menschen sich am Unfallort aufhalten. Bei diesem Phänomen handelt es sich nach Ansicht von Experten um eine blitzschnelle Kalkulation in den Köpfen. Wie Psychologen beobachtet haben, sieht ein Autofahrer, nachdem er einen Unfall registriert hat, erst einmal in den Rückspiegel. Sieht er dort ein Fahrzeug, gibt er meistens die Verantwortung an den Hintermann ab. Doch dieser tut dasselbe, so dass Hilfe ausbleibt.
Am Ende fühlt sich niemand verpflichtet, zu helfen. Je mehr potenzielle Helfer da sind, umso weniger wird also geholfen. Man weiß, dass die Hilfsbereitschaft doppelt so groß ist, wenn ein Fahrer alleine auf eine Notfallsituation trifft. Das liegt wohl daran, dass die Verantwortung in diesem Fall nicht abgegeben werden kann.
Trotzdem aber wird häufig auch beobachtet, dass Einzelpersonen in vielen Fällen nicht eingreifen. Das wird mit einem Ekel vor Verletzungen oder der Befürchtung einem leidenden oder gar sterbenden Menschen nahe zu kommen, erklärt. Deshalb wird das Unfallgeschehen verdrängt und einfach weitergefahren. Hinzu kommt, dass die vorausfahrenden Fahrzeuge als Vorbild wahrgenommen werden. Die Fahrer beruhigen sich selber damit, dass die Situation offenbar doch nicht so schlimm sei, wenn sich niemand drum kümmert. Jeder Fahrer richtet sein Verhalten nach dem der anderen aus, was die fatale Folge hat, dass Niemand Hilfe leistet.
Untersuchungen haben ergeben, dass bei Unfällen oder Attacken weniger als ein Drittel der Menschen Hilfe leistet - jeder zehnte tödlich Verunglückte könnte überleben, wenn ihm rechtzeitig geholfen würde.
§ 323c - Unterlassene Hilfeleistung

Neue Software auf dem Handy gibt Hilfe zur Ersten Hilfe

23.03.2007 / mm
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