Thorsten Weber spielt Billard mit Atomen und Molekülen
"Wir kratzen an den Grundmauern der Quantenmechanik", sagt der Physiker
Thorsten Weber untersucht etwas, was es eigentlich nicht gibt - die Bewegung von Atomen. Zwar weiß man, dass Teilchen sich sehr wohl bewegen, aber: Die Quantenmechanik lässt die Beschreibung derselben vermissen. "Wir kratzen an den Grundmauern der Quantenmechanik", sagt Weber. "Denn in der Quantenmechanik gibt es den Begriff der Bewegung ad hoc gar nicht. Wenn wir unsere Experimente machen, müssen wir dennoch die Quantenmechanik darauf anwenden."
Doch genau die lässt es nicht zu, dass man die Bewegungen der Teilchen nachvollzieht. "Das ist so, als spielte man Billard mit einer Tischdecke darüber." Der Leiter der Helmholtz-Hochschulnachwuchsgruppe und sein Team machen sogar Filme davon. "Wir haben dazu ein Reaktionsmikroskop entwickelt, das mir Aufschluss über die Bewegungsstruktur der Elektronen in Atomen und Molekülen gibt."
"Alles in unserer Welt ist in Bewegung. Und das ist auch im Kosmos der Mikropartikel so. Wir müssen verstehen, wie sich Atome und Moleküle binden." Er und sein Team gehen davon aus, dass nicht die Energie, sondern der Impuls eine wichtige Rolle spielen, wenn Atome sich zu Molekülen vereinen. Wissen hier, versprechen sich die Physiker, könnte helfen, Energie zu sparen, festere Materialien zu entwickeln und neuartige Arzeien zu generieren.

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22.02.2007 / mp
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