Gerhard Bohrmann sucht Methanhydrat im Mittelmeer
Der Meeresgeologe geht davon aus, dass die Vorkommen größer sind als geahnt
Der Meeresgeologe Gerhard Bohrmann und sein Team gehen davon aus, dass das Vorkommen an Methanhydrat doppelt so groß ist wie alle Kohle-, Gas- und Erdölvorkommen zusammen. Bei einer Expedition im Mittelmeer konnten sie beweisen, dass es sogar noch mehr ist. Dabei wurde für die Geologen erstmals sichtbar, wie Hydrat-Eis entsteht. Sobald Methanblasen nicht weiter aufsteigen können, werden sie unter dem großen Druck und den niedrigen Temperaturen der Tiefsee in einem Trichter zu Eis.
Der feste, eisartige Stoff Methanhydrat ist eine Käfigverbindung aus Wasser und dem Treibhausgas Methan (CH4 ist die einfachste Kohlenwasserstoffverbindung). Nur bei hohem Druck und niedrigen Temperaturen ist Methanhydrat stabil. Solche Bedingungen herrschen in den Permafrostböden und in der Tiefsee. Methanhydrat durchsetzt den Meeresboden teilweise einige hundert Meter tief. Stabil ist es jedoch nur in einem sehr engen Temperatur-Druckbereich.
Mit einem speziellen Gerät, dem Autoklav-Kolbenlot, wird das Methan geborgen. Bei der Entnahme der Proben darf nicht viel Zeit verloren gehen, schon auf dem Weg nach oben beginnt es, sich aufzulösen. Daher muss es möglichst schnell, bei minus 190 Grad in flüssigem Stickstoff gelagert werden. Es ist die einzige Technik, um die Menge des Methanhydrats im Meeresboden genau zu bestimmen. Das Methanhydrat im Meer ist ein gewaltiger Brennstoffspeicher, aber auch eine der größten Gefahren für das Klima auf der Erde.
Methan ist eines der stärksten Treibhausgase, die es gibt. Methan erzeugt pro Molekül einen etwa 25-fach stärkeren Treibhauseffekt als Kohlendioxid. Eine globale Erwärmung könnte Methanhydrate zunehmend zersetzen.

Samstag, 8. Dezember 2007, 15.51 Uhr



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30.01.2007, zuletzt aktualisiert am 23.08.2007 / db
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