Offshore-Windrad Video
Anwohnerproteste Fehlanzeige: Auf hoher See ist nur das Wetter ein Problem
Ein Mix von Standorten für Windenergieparks
Offshore-Projekte und Umrüstung von Anlagen
Strom aus Windkraft soll die Energie der Zukunft werden. Zur Frage, ob Windparks vor die Küste oder aufs Land gehören, sagt Heiko Stohlmeyer, Finanzierungsexperte für erneuerbare Energien: "Wir brauchen beides."

Folgende Aspekte spielen immer wieder mit eine Rolle:

  • Offshore-Bau: Vor allem Wind, Wellen und Salzwasser bereiten den Technikern große Schwierigkeiten. Claus Burkhardt, Betriebsleiter Offshore bei Alpha Ventus, erklärt dazu: "Es ist das erste Mal überhaupt in der Welt, dass so weit von der Küste entfernt, in solchen Tiefen, Windanlagen gesetzt wurden, und das sind natürlich besondere Herausforderungen."
  • Umweltschutz: Anlagen in der Größe von Alpha Ventus sind in Deutschland nur auf dem Wasser durchsetzbar. Die 150 Meter hohen Giganten mit einer Leistung von jeweils fünf Megawatt wären näher an der Küste einfacher zu errichten. Aber dort darf hierzulande wegen Tourismus und Wattenmeerschutz nicht gebaut werden.
  • Betrieb: Weit vor der Küste lockt ein großes Energiepotenzial. An manchen Tagen herrschen Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern in der Stunde. Das sind enorme Kräfte. Doch die Anlage muss so konzipiert sein, dass sie mindestens ein Jahr ohne Wartung auskommt, denn nur bei bis zu einem Meter Seegang kann noch repariert werden. Das geht an maximal 20 Tagen im Jahr.
  • Finanzierung: Offshore ist ein Risikoinvestment. Funktioniert die Mechanik auch auf hoher See? Verschieben sich die Fundamente oder sacken sie ab? Deshalb kann ein Projekt wie Alpha Ventus für die Geldgeber ein Fass ohne Boden werden. Heiko Stohlmeyer hält das Wetter für das größte Finanzrisiko, hinzu kommen die noch nicht sichergestellte Netzanbindung und der wenig erprobte Betrieb. Wenn die Windparks vor der Küste effektive Mengen grünen Stroms erzeugen sollen, brauchte Deutschland allerdings 70 Milliarden Euro für 5000 weitere Räder.
  • Bau an Land: An Land machen Technik und Finanzierung weniger Probleme. Doch Stohlmeyer weiß: "In Deutschland gibt es immer noch viele Hemmnisse durch Widerstände seitens der Anwohner." Das kann auch fürs "Re-Powering" gelten, bei dem durch eine Umrüstung mit weniger Anlagen mehr Leistung erwirtschaftet werden soll. In Galmsbüll im Norden Schleswig-Holsteins etwa wurden aus 34 alten Rädern 18 neue - diese aber 120 Meter hoch und damit doppelt so groß. Die Lösung der Windbranche: Die Anwohner werden in Galmsbüll am Profit beteiligt.

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Obwohl Deutschland mitführend auf dem Gebiet ist, wird Sonnenenergie nur zur Gewinnung von 0,05 Prozent des gesamten Strombedarfs in Deutschland genutzt. Solarstrom liegt hinter Wasser- und Windkraft zurück.
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20.09.2000, zuletzt aktualisiert am 09.11.2009 / cc