Korallen Video
Forscher züchten Korallen im Labor und transplantieren sie dann ins Meer
Züchten und verpflanzen
Forscher wollen Korallen des Roten Meers schützen
Ein Forscherteam züchtet im Taucherparadies Eilat in Südisrael Korallen, um sie auf künstlichen Riffen aus Beton anzusiedeln.
Taucher können diese neuen Korallenriffe erkunden und schonen so die natürlichen. "Die Idee ist, durch künstliche Riffe mehr Möglichkeiten für Riffe zu schaffen", sagt die Schweizer Biologin Keren Levy von der Ben-Gurion-Universität in Eilat. Künstliche Riffe könne man zudem putzen oder reparieren, was bei natürlichen Riffen nicht möglich sei. "Heutzutage sind alle Korallenriffe in einem sehr schlechten Zustand."

"Wenn diese Korallen einmal gut angewachsen und groß genug sind, ziehen sie mehr Taucher an", ergänzt ihr Kollege, der Meeresbiologe Omer Polak. "Wir wollen sie nicht zu groß anpflanzen, damit sie nicht von den Strömungen weggerissen oder durch Taucher mit ihren Flossen herunter geschlagen werden."

Seit 1980 hat sich der Korallenbestand vor Eilat um 80 Prozent verringert. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken pflanzten die Forscher erstmals 2007 im Tamar-Riff Korallen an. "Das Riff funktioniert sehr gut, was die Fischbestände betrifft", sagt Polak. "Die Zahl der Fischarten ist sogar höher als im natürlichen Riff und die Fische reproduzieren sich. Das ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg des künstlichen Riffs." Die Überlebensrate der Korallen liege bei 50 Prozent, einige sterben ab, andere werden durch Taucher zerstört. Insgesamt 600 Korallen haben die Wissenschaftler seit 2007 verpflanzt.

Austin Bowden-Kerby lässt neue Riffe keimen
Austin Bowden-Kerby Lupe
Austin Bowden-Kerby pflanzt Setzlinge, die Korallenriffe werden
Auch der Meereswissenschaftler Austin Bowden-Kerby pflanzt neue Korallenriffe an - vor den Fidschi-Inseln. Sieben neue Riffe entstanden so; ähnliche Projekte gibt es im benachbarten Samoa und der Karibik. Abgebrochene Korallenstücke dienen als Saatgut. Sorgfältig zusammengebunden werden sie zu Setzlingen für einen neuen Korallengarten. Trieben sie alleine im Meer, hätten sie keine Überlebenschance.

Die Einwohner der Inseln nennen ihn nur den "Korallengärtner" und wissen seine Arbeit zu schätzen, denn so fangen sie mehr Fische. Bowden-Kerby hält das für logisch: "Die Fische leben mit der Koralle. Wären die Fische nicht da, ginge die Koralle ein."

Biologen bieten Rifforganismen neuen Lebensraum
Taucher
Auch Riffbauer Wolf Hilbertz will retten, was zu retten ist
"Es ist im Angesicht der Katastrophe, die sich abspielt, herzlich wenig, was wir tun können", so der Riffbauer Wolf Hilbertz. "Aber das Prinzip Hoffnung ist da. Und es ist besser, ein wenig zu tun, als die Hände in den Schoß zu legen und zuzusehen, wie alles kaputt geht." Der deutsche, 2007 verstorbene Architekt Wolf Hibertz hatte es sich zur Aufgabe gemacht, zerstörten Riffen zu helfen, damit sie sich wieder regenerieren können. Die Organismen bekommen neuen Raum geboten, um wieder anwachsen zu können.



Riffe aus Beton zeigen, wie Korallen wachsen
Taucher am künstlichen Riff Lupe
US-Forscher mauern mit Beton
Biologen des US-amerikanischen "National Coral Reef Institute" in Florida versenken künstliche Riffe aus Beton. Bis zu 20 dieser 1,5 Tonnen schweren "reef balls" werden pro Quadratkilometer im Meer versenkt. "Wir wollen herausfinden, ob es überhaupt möglich ist, Korallenriffe wiederherzustellen", erläutert Dr. Richard E. Spieler, "und, wenn, ja auf welche Weise. Es geht vor allem um solche Korallenriffe, die durch Grundberührung von Schiffen beschädigt wurden."

Gerade vor Florida sind die Riffe nicht nur durch die globale Erwärmung, sondern auch durch Schiffe gefährdet. Deren Rümpfe schleifen über den Grund und brechen die empfindlichen Korallen ab. Um eine Neuansiedlung von Korallen zu erreichen, müssen die Forscher zunächst untersuchen, welche Organismen sich als erste auf den künstlichen Riffen niederlassen.

"Wir untersuchen Bakterien, von denen wir vermuten, dass sie die Ansiedlung von Korallen erleichtern", erläutert Judy Robinson. "Dafür lassen wir Glasscheiben ins Wasser und hoffen, dass sich diese Mikroben darauf ansiedeln. Wir nehmen auch Proben von Mikroben, die sich auf den 'reef balls' ansiedeln." Zugleich gewähren die Reef Balls mit ihren Hohlräumen Schutz für kleinere Fische und bieten so einen Ersatz für die zerstörten natürlichen Korallen.

Dr. Bernhard Riegl weiß: "Korallenriffe sind möglicherweise eines der bedeutsamsten Ökosysteme. Korallenriffe werden auch die Regenwälder des Meeres genannt, weil sie gemeinsam mit Regenwäldern die größte Artenvielfalt der ganzen Erde beinhalten." Wie Pflanzen entziehen Korallen unserer Atmosphäre das klimaschädliche CO2.

Um die Riffe vermessen und kartographieren zu können, nutzen die Wissenschaftler Satellitenaufnahmen, Beobachtungen von Tauchern und Aufnahmen aus der Luft. Ihr Ziel ist ein weltumspannendes Netz von Beobachtungspunkten. "Regionale Unterschiede zu kennen ist wichtig, um sagen zu können, ob weltweite Klimaveränderung weltweit gleiche Folgen hat, oder ob tatsächlich regionale Faktoren das Ganze abpuffern können oder die Situation negativ beeinflussen können", erläutert Dr. Riegl.

Künstliche Riffe aus Beton und Leichenasche
Beerdigungskugeln
Unter Wasser sollen die Kugeln zu Lebensraum werden
Seebestattungen der außergewöhnlichen Art bietet das US-Unternehmen "Eternal Reefs": Aus Beton und Leichenasche werden durchlöcherte Halbkugeln geformt, die unter Wasser zu neuem Leben für Weich- und Hohltiere aber auch für schutzsuchende Fische anregen sollen. Je nach Preisklasse gibt es die Möglichkeit zwischen verschieden großen Modellen zu wählen. Für 850 Dollar gibt es die Bestattungsform des "Community Reef" - in der Größe zweier Basketballplätze werden die Verstorbenen gemeinsam mit anderen am Meeresgrund versenkt. Etwas exklusiver das "Aquarius" Riff für 1500 Dollar und das "Nautilus" Riff für 2000 Dollar. Als besonderes Highlight und sozusagen als Luxusmodell wird das "Atlantis" Riff mit einer Höhe von knapp 1,3 Meter, einem Durchmesser von 1,8 Metern und einem Gewicht von rund 1,8 Tonnen um 3200 Dollar angeboten.

"Dort können bereits größere Tiere ihre Behausung finden", so Eternal Reef auf seiner Homepage. Für 100 Dollar gibt es die Möglichkeit, eine runde Bronze-Plakette mit Daten des Verstorbenen am Riff zu befestigen. Als besonderen Extraservice gibt es für die Hinterbliebenen ein Zertifikat mit der genauen GPS-vermessenen Ortsangabe des neuen Riffs sowie zwei "Memorial"-Zertifikate.

Die alternativen "letzten Ruheplätze" sind aus pH-neutralem Beton und den Aschen der Verstorbenen hergestellt. Nach Herstellerangaben bleiben die künstlichen Riffe 100 Jahre in ihrer Form bestehen, ehe sie mit der Biosphäre eins werden.

Schwerpunkt Korallenriffe
© apBiologen versuchen, die Korallenriffe zu retten
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Korallenriffe
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Fidschi - Reich der 332 Vulkan- und Riffinseln
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Glossar
Eilat - am Roten Meer
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