Kurzschluss hat die Schweizer Eisenbahnen gestoppt
Im Süden hat zuviel und im Norden zuwenig Energie zur Verfügung gestanden
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Ein Kurzschluss an einer Übertragungsleitung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) von Amsteg nach Rotkreuz hat am Mittwoch, 22. Juni 2005 um 17.08 Uhr zum Abschalten mehrerer SBB-Kraftwerke und damit zu einer fatalen Kettenreaktion geführt. Dies gaben die SBB bei einer Pressekonferenz in Bern bekannt. Die Stromversorgung des Netzes sei in zwei Teilnetze getrennt worden. Im Süden habe zuviel und im Norden zuwenig Energie zur Verfügung gestanden.
Dies habe um 17.47 Uhr zu einem kompletten Zusammenbruch der Stromversorgung geführt. Der Energieausfall habe keine größeren Schäden an den Anlagen verursacht. Vereinzelt sei es an Unterwerken sowie an Spannungswandlern zu Folgeschäden gekommen.
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Am Donnerstagmorgen fuhren die Züge nach dem Totalausfall wieder fahrplanmäßig. Nahezu alle seien pünktlich am Morgen gestartet, und es gebe fast keine Ausfälle, sagte der Sprecher der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), Roland Binz, im Schweizer Rundfunk. Die ganze Nacht über seien die Züge von zusätzlichem Personal in ihre Positionen gebracht worden. Vom über zweieinhalbstündigen völligen Stillstand des Bahnverkehrs am Mittwochabend durch einen plötzlichen Spannungsabfall waren mehr als 100.000 Reisende betroffen.
"Es gab keine andere Möglichkeit, als den kompletten Schienenverkehr still zu legen", sagte Binz. Gegen 20:00 Uhr gelang es den SBB, das Hochspannung-Stromnetz schrittweise wieder hochzufahren, und gegen 22:00 Uhr fuhren die Züge in der ganzen Schweiz wieder, wenn auch nicht nach Fahrplan.
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Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten und am besten ausgebauten Schienennetze der Welt. In keinem Land werden mehr Kilometer im Jahr per Bahn zurückgelegt. Die SBB sind dabei wie Matterhorn und Schokolade ein nationales Identifikationssymbol. Sie stehen für Werte wie Ordentlichkeit und Pünktlichkeit. Die SBB bezeichnen sich selbst als größte Reise- und Transportfirma der Schweiz. Sie befördern nach eigenen Angaben pro Jahr über 253 Millionen Fahrgäste und rund 58 Millionen Tonnen Güter.
Bei einem vergleichsweise bescheidenen Streckennetz von 3000 Kilometern Länge - im gesamten öffentlichen Verkehrsnetz der Schweiz sind es 24.500 Kilometer - erbringen sie 87 Prozent der gefahrenen Personenkilometer und nahezu 90 Prozent der Tonnenkilometer im Güterverkehr. Sie betreiben beinahe 800 Bahnhöfe und haben über 28.000 Beschäftigte.
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23.06.2005 / dpa / reuters / mp
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