Schwarzes Loch
Auch Sterne müssen Sterben - und werden zu Schwarzen Löchern
Physik bis hin zu ihren Extremwerten
Schwarze Löcher - Masse stürzt zusammen
Auch Sterne müssen sterben. Wenn die Masse einer kollabierender Sonne bei mehr als zehn Sonnenmassen liegt und auch nicht "überschüssiges" Gas in einer Explosion loswerden kann, wird ein Stern nicht zu einem Weißen Zwerg oder einem Neutronenstern, sondern zu einem Schwarzen Loch. Der Entartungsdruck, der noch den Neutronenstern vor dem endgültigen Kollaps bewahrt, ist auch nicht mehr ausreichend. Die Masse stürzt in sich zusammen zu einer punktförmigen Singularität.
Eine neue Klasse Schwarzer Löcher
© dpa Video
Astronomen haben eine neue Klasse Schwarzer Löcher entdeckt. Den Prototyp bildet ein Schwarzes Loch mit mehr als 500 Sonnenmassen in 290 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Die gewaltigste bisher registrierte Explosion im Weltall
© NASA Swift Stefan Immler
Eine Explosion von nie dagewesener Wucht haben Astrophysiker mit dem neuen US-Weltraumteleskop Fermi beobachtet. 12,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt habe Fermi im September 2008 Gammastrahlen registriert, die mit der 9000-fachen Energie einer Supernova durchs All geschossen seien, berichteten die Wissenschaftler im Magazin "Science". Ereignet habe sich diese gewaltigste jemals registrierte Explosion im Sternbild Carina (Kiel des Schiffs) am Südhimmel.

Kosmologen und Astrophysiker stehen vor vier Rätseln
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"Der Urknall findet heute noch statt", sagt Günther Hasinger vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching. "Wir müssen das Konzept ändern, dass es am Anfang eine Explosion gegeben hat und alles seitdem auseinander fliegt wie Silversterraketen. Es ist in Wirklichkeit ein langsames Schieben, das schon seit Milliarden Jahren andauert." Um das zu erklären, haben Physiker das Konzept der Dunklen Energie entwickelt, die die Massen im Universum auseinander treibt.

Die drei "Lisa"-Satelliten horchen auf Gravitationswellen
Ein Dreigespann von identischen Satelliten soll 2014 ins All starten, um Wellen aufzuspüren, die den ganzen Kosmos durchqueren und doch so schwach sind, dass die Wissenschaft sie bis heute nicht nachzuweisen weiß: Gravitationswellen, wie Albert Einstein sie vorhersagte. Wenn massive Körper wie Schwarze Löcher ineinander stürzen, sollte das Raum und Zeit erschüttern - und Wellen das Gefüge des Universums durchlaufen. Die drei Satelliten bilden ein gleichseitiges Dreieck mit einer Kantenlänge vom fünf Millionen Kilometern.

Bilder von Centaurus A liefern Antworten und Fragen
© Nasa, CXC, CfA, R. Kraft et al. Video
US-amerikanische Forscher haben mit dem Röntgensatellit Chandra einzigartige Bilder eines supermassiven Schwarzen Loches in der knapp 14 Millionen Lichtjahre entfernten Riesengalaxie Centaurus A aufgenommen. Mit den Bildern lassen sich die Effekte von superschweren Schwarzen Löchern besonders gut beobachten, sagen die Forscher um Gregory Sivakoff von der "Ohio State University". Gleichzeitig stießen sie auf zwei ungewöhnlich starke Röntgenquellen und damit auf ein großes Rätsel.

Schwarzes Loch trifft Nachbar-Galaxie mit Materiestrahl
© Nasa
Astronomen haben nach eigenen Angaben erstmals beobachtet, wie der Materiestrahl eines Schwarzen Loches eine benachbarte Galaxie trifft und dabei abgelenkt wird. Die Forscher um Dan Evans kombinierten die Daten mehrerer Teleskope, um ein Bild des dramatischen Zusammenstoßes im rund 1,4 Milliarden Lichtjahre entfernten System 3C321 zu schaffen. Dort kreisen zwei Galaxien umeinander, in deren Zentrum es jeweils ein Schwarzes Loch gibt. Diese saugen Materie der Umgebung ein.

Forscher entdecken Verwandte der Schwarzen Löcher
© nasa
Astronomen der Universität Paris Diderot haben in den Zentren weit entfernter Galaxien hunderte Schwarzer Löcher entdeckt. Da diese Löcher von dem Staubschleier der Galaxien verborgen werden, suchte das US-amerikanisch-französische Forscherteam in den Zentren von Galaxien gezielt nach Quasaren.

Schwarze Löcher schleudern schwere Elemente ins All
© George Seitz, Adam Block, NOAO, AURA, NSF
Schwarze Löcher tragen dazu bei, schwere chemische Elemente im Universum zu verteilen, und schlucken nicht nur alle Materie in der Umgebung. Sie helfen so bei der Bildung kosmischer Gaswolken und neuer Planetensysteme. Zu diesem Ergebnis komme ein internationales Forscherteam von der Universität in Mexiko City.

"Wo niemals zuvor ein Schwarzes Loch gewesen ist"
© ap
Inmitten eines Kugelsternhaufens in der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 4472 hat Tom Maccarone von der englischen Universität Southhampton ein Schwarzes Loch entdeckt. Bisher war von vielen Astronomen angezweifelt worden, dass dort ein Schwarzes Loch überhaupt existieren könne. Bei diesem Fund handelt es sich wahrscheinlich um das erste Schwarze Loch mittlerer Größe. Über die genau Masse des Schwarzen Loches sind sich die Wissenschaftler noch nicht im Klaren.

Riesige Schwarze Löcher verhindern Sternentstehung
© reuters
Massive Schwarze Löcher können die Bildung neuer Sterne verhindern. Astronomen der Universität Oxford hatten beobachtet, dass es im Umfeld von Schwarzen Löchern, die eine gewisse Masse erreicht haben, weniger junge Sterne gibt. Dies fanden sie mithilfe des Weltraumteleskops Galex heraus, das besonders empfindlich ist für ultraviolette Strahlung, die junge Sterne abgeben. Grund für den Geburtenschwund ist vermutlich, dass Schwarze Löcher Materie nicht nur verschlucken, sondern in Teilen auch wieder wegschleudern.

Schwarze Löcher 20 Mal effektiver als Atomkraftwerke
© reuters
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat Schwarze Löcher als die Kraftstoff sparendsten Maschinen im Universum bezeichnet. Wenn ein Auto so energieeffizient wäre, könnte es theoretisch mehr als eine Milliarde Kilometer mit einer Gallone (3,79 Liter) Benzin fahren, sagte Christopher Reynolds von der Universität von Maryland. Schwarze Löcher seien auch 20 Mal effektiver als Atomkraftwerke.

Schwarze Löcher mögen es heiß und hochenergetisch
© Esa
Das Weltraumteleskop "XMM Newton" hat ultraheiße Gaswolken beobachtet, die in Schwarze Löcher stürzen. "Das Gas ist sehr heiß, viel heißer als das der äußeren Atmosphäre unserer Sonne", sagte Maria Diaz von der europäischen Weltraumagentur (Esa). Die Wolken reichen von einigen hunderttausend Kilometern bis zu einer Million Kilometer in die Höhe und sind über einhundertmal größer als die Erde. Diese Dimensionen sind für uns unvorstellbar, jedoch für das Schwarze Loch eine Kleinigkeit.

Gammastrahlen durch verschmelzende Neutronensterne
© Nasa
Die US-Weltraumbehörde Nasa hat das seit 35 Jahren ungeklärte Rätsel über die Entstehung der ausgesprochen hellen, aber nur sehr kurzen Gammastrahlenblitze aufgeklärt. Das teilte Nasa-Wissenschaftlerin Kim Weaver mit. Danach entstehen diese gewaltigen Energieausbrüche, die heller als Millionen von Sonnen strahlen, wenn zwei Neutronensterne verschmelzen oder wenn ein Schwarzes Loch einen Neutronenstern verschluckt.

Tosende Vergangenheit vor kosmisch kurzer Zeit
© ESA, M. Revnivtsev
Das zentrale Schwarze Loch (Sagittarius A*, SRG A*) unserer Milchstraße hat eine bewegte Vergangenheit, die gar nicht einmal lang her ist: Vor nur 350 Jahren - nur Wimpernschlag angesichts von 14 Milliarden Jahren kosmischer Geschichte. Neue Beobachtungen des Gammastrahlen-Observatoriums "Integral" zeigen, dass es im Vergleich zu heute Millionen mal mehr Energie abgegeben hat. Die Forscher rechnen damit, dass die Materiefalle in Zukunft wieder aktiv werden könnte.

Ein Schwarzes Loch kommt selten allein
© nasa
Das Schwarze Loch Sagittarius-A* im Zentrum unserer Milchstraße ist nicht allein: Die Auswertung neuer Bilder des Nasa-Röntgenteleskops Chandra hat eine Häufung von rund 10.000 kleineren Schwarzen Löchern und massereichen Neutronensternen in der näheren Umgebung von Sagittarius-A* nachgewiesen.

Bericht in Bildern
Kosmisches Rätsel - Strahlung aus Centaurus A
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16.07.2004, zuletzt aktualisiert am 20.01.2009 / mp