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Ein Forscherteam hat GJ 1214b außerhalb des Sonnensystems entdeckt
Fast eine zweite Erde
Zuvor fanden Forscher einen Exoplaneten aus Fels
Ein internationales Forscherteam hat im Dezember 2009 außerhalb unseres Sonnensystems einen der Erde ähnlichen Planeten entdeckt.

Astronomen hatten außerdem Anfang 2009 erstmals einen Planeten aus Gestein außerhalb des Sonnensystems nachgewiesen. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung "CoRoT-7b" sei 500 Lichtjahre entfernt und habe die gleiche Dichte wie die Erde, teilte die Europäische Südsternwarte in Garching bei München im September 2009 mit.

GJ 1214b besteht überwiegend aus Wasser und Eis
Die Dichte von GJ 1214b lässt der Studie zufolge darauf schließen, dass er zu drei Vierteln aus Wasser und Eis besteht. Weil der Druck in seiner Atmosphäre 20.000 Mal so hoch sei wie in der Erdatmosphäre, komme das Wasser teilweise in kristalliner Form vor. Umgeben ist GJ 1214b demnach von einer Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium. "Das wird die erste Super-Erde mit einer nachgewiesenen Atmosphäre sein", erklärte Forschungsleiter David Charbonneau.

Die Entdeckung sei "außergewöhnlich", bekräftigte George Marcy von der Universität Kaliforniens in Berkeley. Bis dahin sei nur der Corot-7b, bekannt gewesen, der der Erde in der Größe ähnele. Der Radius von Corot-7b beträgt das 1,7-Fache des Erdradius. Auf GJ 1214b ist es mit geschätzten Temperaturen zwischen 120 und 280 Grad wesentlich kühler als auf dem Corot-7b mit 1700 Grad. Dennoch sei es auch auf GJ 1214b zu heiß, um dort Lebewesen, "wie wir sie kennen", anzutreffen, erklärte das Harvard-Smithonian-Centre.

GJ 1214b sei "kleiner, kälter und erdähnlicher als jeder andere bekannte Exoplanet", erklärte der Student Zachory Berta, der als Erster Hinweise auf die Existenz von GJ 1214b entdeckt hatte. GJ 1214 b sei entdeckt worden, weil sich die Sonne, die er umkreiste, sich alle 38 Stunden 52 Minuten lang leicht verdunkelt. An der Studie hatten sich auch Forscher aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern beteiligt. Bislang wurden nach Angaben der Website "Exoplanet.eu" insgesamt 415 Exoplaneten entdeckt.

Erster Exoplanet aus Fels hat 1,7-fachen Erdradius
Die monatelangen Messungen eines internationalen Teams ergaben, dass die Masse von Corot-7b fünfmal größer ist als die der Erde. An der Entdeckung waren auch Astronomen der Thüringer Landessternwarte Tautenburg bei Jena beteiligt. Nach Angaben der Sternwarte ließ sich bisher die Dichte von 63 der 330 bekannten Exoplaneten messen. "CoRoT-7b" mit dem 1,7-fachen Radius der Erde sei der bisher kleinste und am schnellsten um seine Sonne kreisende Exoplanet.

Mit Leben sei allerdings nicht zu rechnen, da auf der Sonnenseite des Himmelskörpers rund 2000 Grad herrschten und sie vermutlich aus Lava und kochenden Ozeanen bestehe, schreibt die Europäischen Organisation für Astronomie in der südlichen Hemisphäre (Eso). Ebenso lebensfeindlich sei die Nachtseite mit minus 200 Grad. Die bisher bekannten Planeten außerhalb des Sonnensystems sind meist aus Gas und haben höchstens einen felsigen Kern.

Die ESO-Forscher sprachen von einem "aufregenden und erstaunlichen" Ergebnis. Sie hatten im Februar 2009 die Entdeckung von "CoRoT-7b" gemeldet, dessen Dichte sich aber zunächst nicht messen ließ. Zunächst vermuteten die Forscher, zudem der Exo-Planet habe die elffache Masse der Erde.

Erst die bisher längste Beobachtungsserie mit einem Instrument des La Silla Observatoriums in Chile auf 2400 Metern Höhe und weitere Beobachtungen brachte Klarheit. Gleichzeitig entdeckten die Beobachter noch einen Schwesterplaneten. Ob er auch aus felsigem Material besteht, lasse sich von der Erde aus nicht messen. Die meisten Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems sind große Gasbälle mit einer 20 Mal so großen Masse wie Jupiter.

Der Satellit "MOST" - ein Vorgänger von Corot
Der kanadische Satellit "Microvariability and Oscillations of Stars" (Most) war der Vorläufer von Corot. Er sollte auch ferne Sterne "sehen", ob diese ihre Sonne verdunkeln - und so nachgewiesen werden können. "Anschaulich ist der Vergleich mit einer Kerze in einer Entfernung von einem Kilometer", meinte Werner Weiss, Astronom an der Universitäts-Sternwarte Wien. "Wenn eine solche Kerze nur um Bruchteile eines Millimeters hin- und herflackert, ändert sich die Helligkeit beim Beobachter."

Diese Helligkeitsvariationen seien vergleichbar mit jenen Helligkeitsvariationen, die man messen muss, um Planetentransits bei fernen Sternen nachweisen zu können. Mehrmals täglich kommt "Most" in den Bereich der Wiener Sternwarte. Neben zwei weiteren Stationen in Kanada werden auch hier Daten aufgezeichnet.

Exoplaneten
Planeten, die um eine entfernte Sonne kreisen
Die Sensation schlug vor einem Jahrzehnt ein: Die Astrophysiker Michel Mayor und Didier Queloz vom Genfer Observatorium verkündeten, den ersten Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt zu haben.
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"First Solid Evidence for a Rocky Exoplanet" von der ESO
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07.06.2004, zuletzt aktualisiert am 12.02.2010 / mp, jus mit Material von dpa und afp