Datenschutz im Fokus
Mit moderner Technik lassen sich immer mehr Daten speichern
Überwachung allerorten
Technik zwischen Sicherheit und Datenschutz
Wir alle sollen Freiheiten aufgeben, damit der Staat genau diese schützen kann. Datenschützer sehen die Datensammelwut mit Sorge.
"Street View" startet
Trotz anhaltender Kritik will der Internetkonzern Google bis Ende 2010 seinen Kartendienst "Street View" auch in Deutschland starten.
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Scoring verurteilt Bürger aufgrund ihres Umfelds
"Das diskriminierende an Geoscoring ist die Verallgemeinerung", sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale-Bundesverband.
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Biobanken sammeln 200.000 Infos pro Patient
Probleme mit dem Datenschutz bei Biobanken hat die Hamburger Biotechnologie-Expertin Regine Kollek beklagt. Eine tatsächliche Anonymisierung der von Forschungsbiobanken erhobenen Datensätze sei nicht zu erreichen, sagte sie am 27. November 2008 vor dem Deutschen Ethikrat in Berlin. Das sei besonders deshalb prekär, da die Biobanken nicht nur Körpersubstanzen wie Blut, Sperma und Gewebeteile sammelten, sondern auch die dazugehörigen demographischen, klinischen, genetischen und persönlichen Daten.
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Der Bewerber ist schnell als Partylöwe ausgemacht
So hatte sich Karsten P. sein Vorstellungsgespräch nun wirklich nicht ausgemalt: Der Chef in spe projizierte Bilder von einer Party auf die Wand, auf der sich Karsten weniger mit Ruhm als mit anderem bekleckert hatte: Man sah, wie er Unmengen Bier trank und sich dann mit der Flasche in der Hand übergab - für Karsten eine Lektion in Sachen "persönliche Daten im Internet". "Deswegen ist jeder aufgerufen, sorgsam mit seinen Informationen umzugehen", so Datenschützer Peter Schaar.
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Durchschaubare Privatsphäre, große Abhängigkeit
"Die Privatsphäre ist ein Aspekt, der uns Sorgen macht", erklärt Friedemann Mattern, Informatiker an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. "Aber auch die zunehmende Abhängigkeit davon." Durch "Radio-Frequency Identification"-Chips (RFID) und Minicomputer können Computer in immer stärkerem Ausmaß persönliche Daten aufzeichnen. Gerhard Tröster vom Institut für Elektronik der ETH Zürich weiß, dass die Funkidentifikationsensoren auch in die Kleidung eingebaut werden können.
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Datenschutzlage bei Kundenkarten "inakzeptabel"
Die Prüfer der Zeitschrift "Finanztest" bezeichnet bei 11 der 23 untersuchten Kundenkarten die Datenschutzbedingungen als "nicht akzeptabel". "In den Datenschutz-Bestimmungen der Firma 'Deutschland-Card' habe ich viele Ausnahmeregelungen gefunden, obwohl gesagt wird, man gebe die Daten entsprechend nicht weiter", heißt es vom Verein "Foebud e. V.". "Finanztest" sagt, dass es Anbietern oft nicht allein um die Kundenbindung geht, sondern sie auch die Daten zu Werbezwecken erfassen.
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Datenschützer will die Wirtschaft in Pflicht nehmen
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat ein besseres Bewusstsein im Umgang mit persönlichen Daten gefordert. Die jüngsten Ereignisse nicht nur bei der Telekom zeigten, dass Datenschutz-Bewusstsein und -Kultur in der Wirtschaft dringend verbessert werden müssten, sagte Schaar. "Eine gestärkte Datenschutzaufsicht und schärfere Sanktionen könnten den notwendigen Bewusstseinswandel fördern. Die Wirtschaft darf Datenschutz nicht als lästige Pflichtübung verstehen."
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"Big Brother" wird auch im Alltag immer normaler
Der Orleansplatz am Münchner Ostbahnhof ist Kamera-überwacht, um die Drogenszene zu kontrollieren. Obwohl die aufgenommenen Bilder zu Beweiszwecken für dreißig Tage gespeichert werden, nimmt die Öffentlichkeit das aus Sicherheitsgründen gerne in Kauf. Denn derartige Aufzeichnungen öffentlicher Plätze haben auch dazu beigetragen, die Kofferbomber von Köln zu identifizieren. Seit dem 11. September scheint der Überwachungsstaat gegenüber dem Terrorismus das kleinere Übel zu sein.
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Koalition streitet über Anti-Terror-Befugnisse
"Schäuble hat sich verrannt", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen. "Es ist alles andere als seriös, wenn er in atemberaubendem Tempo immer neue Gesetze fordert, unser Sicherheitsapparat gleichzeitig aber eine alarmierend marode Struktur aufweist." Der Vize-Fraktionschef der Union, Wolfgang Bosbach, hat im Koalitionsstreit um eine Verschärfung der Anti-Terror-Befugnisse der Polizei eine harte Verhandlungsführung angekündigt.
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123 Millionen Euro für Sicherheitstechnik-Forschung
Den angeblich wachsenden Gefahren durch Terrorismus, Kriminalität und Naturkatastrophen will die Bundesregierung durch die Förderung intelligenter Sicherheitstechniken begegnen. Das Kabinett beschloss im Januar 2007 erstmals ein Programm zur zivilen Sicherheitsforschung. Dafür stellt das Bundesforschungsministerium bis 2011 123 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden soll die Entwicklung "elektronischer Nasen", die besser als Spürhunde gefährliche Stoffe auffinden können.
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Forscher warnen: Sicherheitslücken bei RFID-Chips
Die Wissenschaftler fragen: "Ist Ihre Katze durch einen Computer-Virus infiziert?" Potenzielle Sicherheitslücken könnten der Euphorie um RFID-Funketiketten einen Dämpfer verpassen. Eine Gruppe Wissenschaftler habe erstmals einen möglichen Befall der Etiketten durch Computerviren demonstriert, so die "New York Times" am 15. März 2006. "Es sollte nicht überraschen, dass ein System, das so billig wie möglich hergestellt werden soll, über keinerlei Sicherheitssysteme verfügt", zitiert die Zeitung Peter Neumann, Wissenschaftler bei dem Forschungsunternehmen "SRI International".
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"Es gibt eine große Dunkelziffer": Interview mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar
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