"Wir haben wieder die Wasserqualität wie vor 100 Jahren", sagt Marc Braun, Chemiker bei der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) mit Sitz in Koblenz. Anfang der 1970er Jahre, auf dem Höhepunkt der Rheinverschmutzung, bezeichnete die Presse den Strom als "die Kloake Europas". Die Sauerstoffsättigung war gefährlich abgesackt, viele Fische starben. Kein Wunder bei einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, an der sich Industriebetriebe, darunter die Chemiegiganten BASF und Bayer, aneinander reihen. 50 Millionen Menschen leben im Einzugsgebiet, in dem auch ganz Rheinland-Pfalz liegt. Nach Baden-Württemberg hat es mit 290 Kilometern den größten Uferanteil aller anliegenden Bundesländer. Die Rheinverschmutzung der frühen siebziger Jahre gab den Anstoß für den Bau zahlreicher Kläranlagen.