Ovale Wissenschaft: Forschung am und rund ums Ei
Viele Proteine stecken hinter der harten Schale - und viel Raum für Forschung
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In Deutschland isst jeder Bundesbürger durchschnittlich 225 Eier im Jahr. Grund genug, sich einmal wissenschaftlich mit dem proteinreichen Etwas in der harten Schale zu befassen: Wann ist das Ei richtig gekocht? Was muss man tun, damit es möglichst lange hält? Und was steckt wirklich hinter dem Osterwunder? Besteht gar das Universum im wesentlichen aus Eiern, um die Elektronen kreisen? Wissenschaftler auf den Spuren von Hasen, Kochtöpfen und Quarks.
Forscher erkennen Geschlecht der Küken schon im Ei
Forscher um Prof. Jürgen Popp von der Uni Jena eine Methode entwickelt, das Geschlecht von Küken schon im Ei zu bestimmen. Sie wollen so einen Beitrag dazu leisten, dass nicht mehr jedes zweite Küken getötet wird: Jedes Jahr werden in der EU 280 Millionen männliche Küken vernichtet, davon in Deutschland allein 45 Millionen, weil sie keine profitablen Eierproduzenten werden können. Die Forscher bestimmen dazu den DNA-Gehalt der Keimscheibe: Bei männlichen Küken ist diese schwerer.
Forscher suchen nach einem leistungsstärkeren Huhn
"Der Konsument erwartet saubere qualitativ einwandfreie Eier. Die können wir nur produzireren, wenn die Hennen regelmäßig in die Nester gehen", sagt der Hühnerzüchter Prof. Rudolf Preisinger der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Er erhofft sich durch Züchtung fleißiger Hennen mehr Eier für die Industrie. Seine Kollegen der Hochschule Hannover setzen hingegen auf eine tierfreundliche Stallhaltung und ein glückliches Huhn, um die Eierproduktion zu erhöhen.
Forscher inaktivieren Allergene in Eiern durch Erhitzen
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Durch starkes Erhitzen und mit Hilfe spezieller Enzyme haben Forscher Eier für viele Allergiker verträglich gemacht. Das Verfahren reduziere das Allergiepotenzial von Hühnereiern auf etwa ein Prozent, berichtet die Gruppe. Nach Angaben der Projektleiterin Angelika Paschke von der Universität Hamburg sind besonders Kinder von der oftmals sehr schweren Allergie betroffen. Im Erwachsenenalter verschwindet die Überempfindlichkeit häufig.
Der Code auf der Eischale verrät Herkunft und Haltung
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Verbraucher können beim Einkauf mit einem Blick erkennen, wo die Eier herkommen und - für viele ein entscheidendes Kriterium - wie die Hühner gehalten wurden. Seit 2004 gilt europaweit eine einheitliche Codierung, die direkt auf dem Ei aufgebracht sein muss. Bei verpackten Eiern müssen entsprechende Informationen auf der Verpackung angebracht sein. Der Code beginnt mit einer einzelnen Ziffer, es folgt ein Länderkürzel und darauf eine Nummer für den Legehennenstall.
Ein Gendefekt bei Hennen sorgt für Fischgeruch im Ei
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Ein Gen-Defekt bei Legehennen ist für unappetitlichen Fischgeruch aus fünf Prozent aller braunen Hühnereier verantwortlich. Der Erbgut-Fehler führt über ein schadhaftes Leberenzym zur Ablagerung von Trimethylamin (TMA) im Eidotter, das den Fischgeruch verursacht, sagte ein Sprecher der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL). Die Ursache fanden die Wissenschaftler, als sie im Hühner-Genom nach Parallelen zum menschlichen "Fischgeruchssyndrom" suchten.
Gefleckte Vogeleier sind eine Mangelerscheinung
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Die rotbraunen Punkte und Flecken auf den Eierschalen vieler Vögel sind ein Zeichen von Kalziummangel und dienen nicht etwa der Tarnung. Wissenschaftler der Universität Oxford haben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Pigmentierung der Eier und der Nährstoffversorgung der Mutter gefunden.
Überraschende Experimente mit überzähligen Ostereiern
Bunte Ostereier können sich mehrere Wochen oder Monate lang halten - je nachdem, ob man sie selbst gekocht und gefärbt oder ob man industriell behandelte Ware gekauft hat. Im Haushalt hart gekochte, nicht abgeschreckte Eier sind bei Zimmertemperatur bis zu einem Monat haltbar, wenn die Schale intakt ist. Im Handel werden gefärbte Eier mit einer Mindesthaltbarkeit von fünf Wochen angeboten. Und ob das Ei gekocht ist und wie frisch es wohl sein wird, zeigt "nano" in der Reihe "NaTour de Suisse".
Schicht für Schicht entsteht ein Hühnerei
Ein Ei wird Schicht für Schicht von innen nach außen aufgebaut - und dabei wird in einem kleinen Rahmen gar die Evolution vom Amphibium über die Reptilien zum Vogel nachgespielt. Zumindest, was die Eier angeht. Seit der Geburt der Henne warten in dem Eierstock rund 4000 Eizellen darauf, bruchsicher verpackt zu werden. Hier werden zunächst die Nährstoffe eingelagert - der Dotter ist entstanden, der den Embryo später ernähren wird, wenn das Ei erst verpackt ist.
Leuchtende bunte Ostereier mit Farben aus der Natur
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Sud der Roten Beete, Mateblätter, der Saft getrockneter Heidelbeeren, das kräftig rote Karmin, das goldgelbe Kurkuma, angereichert mit etwas Pottasche - das ist kein Rezept aus der mittelalterlichen Hexenküche, sondern es handelt sich um Stoffe, mit denen man Ostereier bunt färben kann, ohne Farbstoffe wie Azorubin E 122 zu verwenden; solche Azofarben können bei empfindlichen Menschen allergen wirken. Die Angaben in den folgenden Rezepten sind ungefähre Maße und gelten für weiße Eier.
Ostereier können sich lang halten
Bunte Ostereier können sich mehrere Wochen oder Monate lang halten - je nachdem, ob man sie selbst gekocht und gefärbt oder ob man industriell behandelte Ware gekauft hat. Beim Einkauf - auch frischer Eier - sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Schale keine Risse und Löcher aufweise.
Das Ei war vor dem Huhn
Das Ei war eher da als das Huhn. Zumindest dann, wenn man das Ei im biologischen Sinne fasst und nicht als Hühnerei, und das Huhn streng auf die moderne Art Gallus gallus beschränkt.
Wissenschaft am Ei
Das Dogma "weiches Drei-Minuten-Ei" ist wissenschaftlich widerlegt. Der Wiener Experimentalphysiker Werner Gruber ging der Innentemperatur wissenschaftlich auf den Grund. Denn für ein großes Ei wird die optimale Dottertemperatur von 64 Grad erst nach fünf bis sechs Minuten erreicht.
Auch das Proton ist nur ein Ei
Vielleicht ist das Proton gar nicht so rund, wie man es sich im gängigen Atommodell vorstellt: Es könnte gar Ei-förmig sein. Forscher des Jefferson-Laboratoriums um Carles Perdrisat schließen aus der Wechselwirkung eines Elektronenstrahls mit Wasserstoffatomen, dass sich die elektrische Ladung in einer Ei-förmigen Wolke verteilt.
Die Wunden Jesu
Manchmal war es eklatanter Schwindel. Oft war es Zeugnis wahrer, inniger Identifikation mit dem Leiden des gekreuzigten Jesus. Auf etwa 350 wird die Zahl der Männer und Frauen geschätzt, die seit dem 13. Jahrhundert an ihrem Körper seine Wundmale trugen.
Fast jeder zweite Brite glaubt an Auferstehung
Knapp 50 Prozent aller Briten glauben nach einer Umfrage an die Auferstehung Christi. 36 Prozent erklärten, dies nicht zu glauben, wie die Tageszeitung "Daily Telegraph" unter Berufung auf eine Studie der Marktforschungsagentur "Nunwood Consulting" berichtete.
Ausreichend Eier für Ostern
Zu Ostern 2003 wird es auf dem deutschen Markt trotz der Geflügelpest und Transportbeschränkungen in den Niederlanden ausreichend Eier geben.
Eier gesünder als ihr Ruf
Eier sind gesünder als ihr Ruf: Sie sind weder fett noch schwer verdaulich. Eier enthalten zwar Cholesterin, aber auch Vitamine, Iod, Proteine und nur sehr wenig Fett. An Ostern darf die empfohlene Menge von zirka drei bis fünf Eiern pro Woche durchaus überschritten werden.


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17.04.2003, zuletzt aktualisiert am 09.04.2009 / mp
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