Elektrische Felder verraten Stärke des Vulkanausbruchs
Bernd Zimanowski forscht am Stromboli und mit winzigen "Feuerbergen" im Labor
Während eines Vulkanausbruchs verändert sich das elektrische Feld des Feuerbergs. Den größten Ausschlag der Messkurve gibt es, wenn die Magmakammer im Krater explodiert. Die Stärke der Explosion entscheidet, wie weit die Brocken hinaus fliegen, und wie hoch eine Aschewolke aufsteigt. Der Würzburger Vulkanologe Bernd Zimanowski hofft, anhand des elektrischen Feldes die Stärke einer Eruption vorhersagen zu können: "Wenn Kameras nichts mehr sehen, gibt dieses Gerät immer noch volle Informationen."
Man erfahre so etwas über die Intensität des Ausbruchs "und damit auch über die Menge an Asche. Die konkrete Anwendung, die man allein daraus jetzt schon sieht, ist, dass man den Luftverkehr vor sich ausbreitenden Aschewolken warnen kann."
Die fünf Krateröffnungen des Stromboli liegen in 900 Metern Höhe. "Die großen Vorteile des Stromboli sind neben seiner Erreichbarkeit die Tatsache, dass er praktisch permanent aktiv ist. Diese Aktivitäten sind sehr schwach im Normalfall, und ermöglichen es, ganz dicht an den Eruptionsort ran zu gehen, ohne sich sofort Lebensgefahr auszusetzen."
Der Stromboli liegt im größten aktiven Vulkansystem Europas. Er ist Nachbar des gefährlichen Vesuvs und des relativ harmlosen Ätna. Der letzte verheerende Ausbruch des Stromboli fand 1530 statt. Heute spuckt der Kegel zwar regelmäßig, aber stets nur kleine Mengen Lava aus.
Die ersten Hinweise stammen aus einem "Laborvulkan" mit echter Vulkanasche. Dazu erhitzten die Wissenschaftler gemahlener Basalt auf die Temperatur echter Lava. Pressluft lässt den Minivulkan explodieren.

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Der Berg ruft, bevor er explodiert

21.01.2002, zuletzt aktualisiert am 12.03.2009 / mp
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