Massenhaltung von Schweinen Lupe
Schweine-"Monokulturen" als Nährboden für Krankheitserreger
Massenzucht als Pandemie-Risiko
Gesundheitsinstitute warnten bereits 2006
US-Forscher haben nach einem Bericht des ARD- Politikmagazins "Report Mainz" im Hinblick auf eine mögliche Grippepandemie vor der Massentierhaltung gewarnt. Nach einer Studie zur Rolle der Massentierhaltung bei der Verbreitung von Infektionskrankheiten hätten Experten der US-Gesundheitsinstitute (NIH) bereits 2006 vor Mutationen gewarnt, die die nächste Pandemie auslösen könnten, berichtete das Magazin.
Die Studie habe insbesondere auf die Gefahr einer Vermischung von Schweine- und Vogelgrippeviren hingewiesen, wie sie bei dem jetzigen Erreger der Schweinegrippe beobachtet werde. Die Schweinegrippe war allerdings bei Schweinen zunächst gar nicht entdeckt worden. Erst Wochen später hatte die kanadische Lebensmittelbehörde CFIA das Virus weltweit erstmals in Schweinen nachgewiesen. Mit hoher Sicherheit habe ein Mexiko-Reisender nach seiner Rückkehr die Tiere infiziert, hieß es.

Weil bei der Massentierhaltung oft eine große Zahl von Tieren auf engem Raum konzentriert werde, fördere sie die schnelle Übertragung und Vermischung von Viren, zitierte das Magazin aus der US-Studie. "Es besteht die Sorge, dass eine Erhöhung der Zahl von Schweineanlagen in der Nachbarschaft zu Geflügelanlagen die Entwicklung der nächsten Pandemie weiter vorantreiben könnte."

Der von "Report Mainz" befragte US-Biologe Robert G. Wallace glaubt ebenfalls an eine Verbindung von Viren und Massentierhaltung. "Diese 'Schweine- und Geflügelstätten' sind das, was man als genetische Monokulturen bezeichnet. Das heißt, wenn eine Influenza in solch eine Monokultur hineinkommt, gibt es keinen immunologischen Schutzwall, der sie an der Ausbreitung hindert", sagte er dem Magazin.

"Es ist nicht H1N1, über das wir uns Sorgen machen müssen, es ist der Prozess, in dem sich weniger ansteckende Grippeviren zu hochansteckenden entwickeln. Und dieser Prozess wird im wesentlichen vorangetrieben, indem man Hunderttausende Hühner oder Schweine zusammenpfercht."

Info
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08.05.2009 / dpa / mp