Weltraumteleskop Kepler sucht nach einer zweiten Erde
Dreieinhalb Jahr lang soll die Sonde in der Milchstraße 100.000 Sterne untersuchen
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"Unsere Mission ist der erste Schritt in Richtung einer Antwort auf die Frage, die sich bereits die alten Griechen stellten", beschreibt die US-Weltraumbehörde Nasa die "Kepler"-Mission, "gibt es andere Welten als unsere - oder sind wir allein?" Mindestens dreieinhalb Jahr lang soll die Sonde in unserer Milchstraße 100.000 Sterne, die unserer Sonne ähnlich sind, ins technische Auge fassen und nach in deren Umfeld nach Planeten absuchen, die Ähnlichkeit mit der Erde haben könnten.
"Kepler wird die Grenzen des Unbekannten in der Milchstraße weiter nach hinten verschieben", meint der Chef des Nasa-Astrophysik- Instituts, Jon Morse. Mit von der Partie ist die stärkste Kamera, die jemals im Weltall war, eine 95 Megapixel-Digitalkamera, die das Geschehen festhalten soll.
Kepler sieht Planeten nicht direkt, sondern deren Schatten
Beim Durchgang beschatten Planeten ihre Sonne  © Nasa
Die Suche ist extrem schwierig: Die Planeten können von "Kepler" zunächst nicht direkt in Augenschein genommen werden, vielmehr arbeiten die Wissenschaftler mit der indirekten "Transitmethode": Ein Planet, der vor seiner Sonne vorbeifliegt, verringert für eine kurze Zeit die Helligkeit dieses Sterns - und diese Veränderung der Helligkeit soll "Kepler" messen. Jeder Stern soll ein Jahr lang unter die Lupe genommen werden. Später sollen dann Rückschlüsse auf Größe und Beschaffenheit des Planeten möglich sein.
Zwar hat bereits der französische Satellit "Corot" in den vergangenen Jahren mit dieser Methode gearbeitet, doch dessen Fähigkeiten waren vergleichsweise beschränkt. So ortete "Corot" unlängst zwar den bisher kleinsten Exoplaneten "Corot Exo-7b", der in etwa doppelt so groß ist wie die Erde. Doch auf ihm wird es über 1000 Grad heiß - keine Basis für Leben.
Bisher sind zwar schon rund 350 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt worden, doch diese "Exoplaneten" haben alle einen Haken: Entweder handelt es sich Jupiter-ähnliche Gasriesen oder um felsige Planeten, die ihrer Sonne aber viel zu nahe und damit viel zu heiß sind, oder es handelt sich um große Eisplaneten - in jedem Fall um Himmelskörper ohne Chance auf Leben. Nach einer "zweiten Erde" haben die Astronomen bisher vergeblich Ausschau gehalten.
Die Nasa-Experten gehen davon aus, dass ein erdähnlicher Planet etwa ein Jahr brauchen sollte, um seine Sonne zu umrunden - dann liegt er möglicherweise in einer "bewohnbaren Zone", in der es etwa Wasser in flüssiger Form geben könnte, was nach wie vor als Hauptvoraussetzung für Leben gilt.
Zahlreiche Experten sind zuversichtlich, manche rechnen gar damit, Dutzende erdähnlicher Himmelskörper auszumachen. "Wenn wir herausfinden, dass die meisten Sterne von "Erden" umgeben sind, legt das nahe, dass Bedingungen für Leben in unserer Galaxie häufiger anzutreffen sind", sagte William Borucki vom Nasa-Forschungszentrum in Moffett Field (Kalifornien). "Finden wir aber nur wenige oder keine "Erden" deutet das hingegen darauf hin, dass wir möglicherweise alleine sind."


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Planeten, die um eine weit entfernte Sonne kreisen


Kepler soll am Samstag, 4.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All starten.


"Kepler" ist nach dem Deutschen benannt, der im 17. Jahrhundert die Gesetze der Planetenbewegungen entdeckte. Eine Delta-II-Rakete befördert Kepler ins All. Die Kosten betragen 435 Millionen Euro.

"Kepler Declared Ready for Launch" von der Nasa

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06.03.2009 / mp mit Material von dpa
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