Mann im Maisfeld
Forscher suchen ertragreiche Mais- und Sojapflanzen
Forschen für einen höheren Ertrag
Chancen und Probleme Grüner Gentechnik
"Wir arbeiten an Pflanzen mit höherem und stabilerem Ertrag, an Mais- und Sojapflanzen, die unter Trockenheit bessere Erträge liefern", sagt Jürgen Schweden, Leiter der Forschungsabteilung von BASF Plant Science. "Die Pflanzen sollen ungefähr zehn Prozent mehr Ertrag bringen, egal unter welchen Bedingungen."
Außerdem sollen die Pflanzen mit weniger Dünger auskommen und die Umwelt weniger belasten. In einer Reissorte suchen die Wissenschaftler ein Gen, das den Stoffwechsel beschleunigt und die Wurzeln stärkt.

Aber genetisch veränderte Pflanzen bringen Probleme mit sich. Sie kosten deutlich mehr als gewöhnliche, da der Aufwand für die kompliziertere Herstellung und den Vertrieb an die Bauern weitergegeben wird. Einige Produkte sind auf spezielle Düngemittel und Pestizide abgestimmt, die mitgekauft werden müssen. Oft geben die Bauern mehr Geld aus und verschulden sich.

"Die Gentchnik hat auch technische Begrenzungen"
Labor
Veränderte Pflanzen vereinten nicht alle Eigenschaften
Vielen Firmen gehe es weder darum, die Dritte Welt zu retten oder um Ernährungssicherheit, sondern darum Geld zu verdienen. "Gentechnik kann einzelne Gene übertragen, wie Bausteine von einem Lebewesen zu einem anderen", sagt Christoph Then von Scouting Biotechnology. "Die Eigenschaften, die wichtig wären für die Entwicklungsländer wie höherer Ertrag, Stabilität im Klimawandel, Resistenz gegen Schädlinge sind viele genetische Eigenschaften in den Pflanzen, die meist nicht nur von einem Gen abhängen, sondern von mehreren. In der Hinsicht hat die Gentechnik technische Begrenzungen." Dies bedeute Pflanzen könnten nicht so perfekt komponiert werden, wie man es sich vorgestellt hatte.

Häufig verschuldeten sich die Bauern, weil sie gentechnisch verändertes Saatgut zunächst geschenkt bekämen. So verschwinde das gewöhnliche Saatgut vom Markt und die Bauern müssten das veränderte Saatgut kaufen. Patentierte Proukte seien häufig teuer und die Landwirte seien abhängig von den großen Unternehmen.Then setzt sich dafür ein, dass das Patentrecht geändert wird.

"Wir haben einen starken Konzentrationsprozess bei den Firmen und steigende Preise bei dem Saatgut, obwohl die Erträge nicht steigen", sagt Then. "Wir haben eine sinkende Auswahl für Landwirte, Forschung und Wettbewerb werden behindert."

Veränderung, die herkömmlich nicht möglich wäre
Getreide
Gentechnik kann die Pflanzen ertragreicher machen
Es gibt Beispiele für den positiven Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen, die Bauern in Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, die Erträge zu steigern, wie der Einsatz von BT-Baumwolle. Sie enthält ein Bakterien-Gen, mit dem sie automatisch ein Gift gegen Schädlinge produziert. "Der Fraßschädling hat in einigen Gegenden bis zu 90 Prozent der Baumwollernte vernichtet", erklärt Ralph Bock vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie.

"Mais oder Baumwolle resistent dagegen zu machen, kann man mit herkömmlicher Züchtung nach dem gegenwärtigem Stand des Wissens nicht erreichen. Einfach deswegen, weil die Baumwolle kein geeignetes Genmaterial besitzt, um die Abwehr gegen dieses Fraßinsekt zu bewerkstelligen." Dieses Resultat konnte erst mit genetisch veränderten Pflanzen erreicht werden.

"Dieser Reis ist wie ein neues Leben für uns"
Auch Souliman Sempa, Reisbauer in Uganda, hat gute Erfahrungen mit der genetisch veränderten Reissorte Nerica gemacht. Diese entstand aus komplizierten Kreuzungen und trägt fünf mal so viele Reiskörner wie eine gewöhnliche Rispe. Dadurch kann der Reisbauer drei Mal im Jahr ernten. "Dieser Reis ist wie neues Leben", sagt er. "Endlich haben wir genug zu essen. Den Überschuss verkaufe ich." Agnes Ambosi aus Kenia kennt natürliche Methoden der Schädlingsbekämpfung: Sie weiß, dass das Bohnenkraut Desmodium den Stängelbohrer verteibt. Dieser Schädling vernichtet oft die Maisernte. Seit die Bäuerin das Bohnenkraut zwischen den Mais gesetzt hat, bekommt sie gute Ernteerträge. Außerdem düngt es den Boden und schützt vor Unkraut.

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23.09.2008, zuletzt aktualisiert am 20.05.2009 / jus