"nano"-Spezial: Atomenergie - Risiken und Nutzen
Die Frage, wie es in Zukunft um unsere Energie bestellt ist, macht Schlagzeilen
Steigende Preise für Öl lassen weltweit Regierungen, Experten und Bürger aufschrecken. Die Frage, wie es in Zukunft um unsere Energie bestellt sein wird, macht wieder Schlagzeilen. In dieser Debatte scheint ein Atomausstieg in weite Ferne zu rücken. Auch die Regierungskoalition streitet darüber, ob Atomkraft der beste Energieträger der Zukunft ist. Zeitgleich wird bekannt, dass in einer südfranzösischen Atomanlage eine radioaktive Uranlösung ausgetreten und in die Kanalisation gelangt ist.
Steinmeier äußert sich gegen längere AKW-Laufzeiten
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier hat die Haltung der SPD zum Atomausstieg bekräftigt. "Wer jetzt zur Kernkraft zurückkehren will, ruft zu Investitionszurückhaltungen in moderne Technologien für saubere Kohle- und Gaskraftwerke auf", sagte Steinmeier im Interview der "Frankfurter Rundschau". "Damit würden wir auch die riesigen Exportchancen verspielen, die in moderner Kohle- und Gaskraftwerkstechnologie liegen", sagte der Außenminister.
Der Streit über Atomkraft ist in Deutschland neu entfacht
Mit einem Plädoyer für eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke hat der SPD-Vordenker Erhard Eppler den Streit über Atomkraft in Deutschland weiter angefacht. Das Bundesumweltministerium äußerte sich ablehnend. "Es gibt keine neuen Argumente für die Atomenergie", sagte Ministeriumssprecher Michael Schroeren. Auf internationaler Ebene kam die Bundesregierung unter Druck: Bei der Debatte über den Klimawandel auf dem G-8-Gipfel in Japan drangen die USA auf die weitere Nutzung.
Die Strompreis-Entlastung durch Atomkraft ist umstritten
Vor dem Hintergrund steigender Strompreise und den Vorbereitungen für den Bundestagswahlkampf ist die Debatte um den Atomausstieg neu entbrannt. Union und Unternehmen fordern längere Laufzeiten für Reaktoren, um eine Stromlücke zu vermeiden, die Preise zu dämpfen und dem Klimaschutz zu helfen. SPD, Grüne und Umweltschützer warnen dagegen vor den Risiken der Atomkraft und bezweifeln die preisdämpfende Wirkung längerer Laufzeiten.
Atomstrom ist nicht die Lösung für das Klimaproblem
Gerhard Schmidt vom Öko-Institut Darmstadt sagt, es reiche nicht, zu Gunsten des Klimaschutzes auf Atomstrom umzusteigen: "Wir müssen, um unsere Klimaziele zu erreichen, sehr viel mehr einsparen. Wenn wir das immer auf eine einzige Maßnahme einengen, darin unser Heil suchen und uns da verkämpfen, dann werden wir diese Ziele verpassen." Im Idealfall könne man allenfalls weltweit nur bis zu zwölf Prozent der Emissionen einsparen, wenn man auf Atomstrom umsteigt.
Unfall konfrontiert Frankreich mit Risiko der Atompolitik
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Die französischen Behörden behandelten den Atomunfall von Tricastin wie eine Bagatelle. Lange Stunden verstrichen, bevor der Vorfall überhaupt eingestanden und die Bevölkerung gewarnt wurde. Von Strahlung war dabei zunächst überhaupt nicht die Rede. Es wurde nur die Menge des ausgetretenen Urans in Gramm pro Liter angegeben. Dass insgesamt 360 Kilogramm des radioaktiven Elements entwichen waren, musste der aufmerksame Bürger selbst ausrechnen.
Langfristige Sicherheit für Atommülllager gefordert
Beitrag in der Mediathek  © dpa
Als Konsequenz aus den Pannen im Atommülllager Asse II fordert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) einen langfristigen Sicherheitsnachweis. "Wir haben große Zweifel daran, dass da alle Fragen beantwortet sind", sagte Gabriel. Deshalb sei eine Störfallanalyse notwendig. Die Grünen verlangten, den Ländern die Atomaufsicht zu entziehen. Gabriel lehnte eine Debatte über das Verfahren ab. Das Bundesumweltministerium habe sich bereits eingeschaltet.


Ein Drittel des deutschen Stroms kommt aus Atomkraft


Atomenergie - Risiken und Nutzen



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11.07.2008 / db
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