Sorge um explodierende Lebensmittelpreise in Asien
Philippinen und Kambodscha leiden stark unter den massiv gestiegenen Kosten
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In Kambodscha verhängte Ministerpräsident Hun Sen ein zunächst auf zwei Monate begrenztes Reisexportverbot, um die Preisspirale zu stoppen. Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo hat einen nationalen Reisgipfel einberufen. Behördenvertreter und Landwirtschaftsexperten sollten dort über die Knappheit und hohen Preise für das Grundnahrungsmittel diskutieren. Ziel des Treffens sei, "unsere Ansätze zur Sicherheit der Lebensmittelversorgung zusammenzuführen", sagte Landwirtschaftsminister Arthur Yap.
Die Philippinen sind einer der größten Reisimporteure der Welt und leiden besonders stark unter den zuletzt massiv gestiegenen Preisen. So trieben die steigenden Nahrungspreise auch die Inflation auf ein 20-Monats-Hoch. Wie auch andere Staaten in der Region fürchtet der Inselstaat soziale Unruhen angesichts der Reisknappheit.
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Nur eine Handvoll Länder produzieren derzeit überhaupt Reisüberschüsse für den Export. Die bislang weltweit wichtigsten Exporteure Thailand, Vietnam und Indien drosseln ihre Ausfuhren, um das eigene Volk zu sättigen. Nur sieben Prozent der globalen jährlichen Reisernte wird derzeit überhaupt auf den Weltmärkten gehandelt. Angesichts der geringen Menge von rund 30 Millionen Tonnen sind die Preise anfällig für extrem starke Anstiege, wie sie in ganz Asien zu beobachten sind. Engpässe trieben den Reispreis in diesem Jahr bis zur 1000 Dollar-Marke pro Tonne. Normal waren bislang Preise unter 400 Dollar. Besonders hart treffen die Rekordpreise Staaten wie die Philippinen, die nicht ausreichend Anbauflächen haben und traditionell viel Reis zukaufen müssen. Dort wächst nun die Sorge vor Hunger und Unruhen.
Lastwagenfahrer klagten zuvor über Wegzölle bei der Reisauslieferung. Ein weiteres Problem sind auf den Philippinen Händler, die Reis lagern und so künstliche Versorgungsengpässe schaffen, um den Preis hochzutreiben. Präsidentin Arroyo kündigte an, hart gegen übermäßige Lagerhaltung vorzugehen.
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Doch auch im normalerweise fruchtbaren Bangladesh verdoppelten sich binnen eines Jahres die Reis-Preise. Mit dazu beigetragen haben Überschwemmungen und der Tropensturm "Sidr", die 2007 fast die komplette Ernte vernichteten. Der Militärchef fordert die Bevölkerung zuletzt sogar auf, verstärkt Kartoffeln zu essen, um den landesweiten Nahrungsmittelbedarf zu decken. In Vietnam wiederum schmälerte starker Schädlingsbefall und Krankheiten in den Reisfeldern den Ertrag. Pakistan kündigte für 2008 einen Rückgang seiner Exporte um 15 Prozent an. Dort verhinderte eine Energiekrise die Weiterverarbeitung von Reis zu Mehl.
Indien stoppte die Ausfuhr des Getreides fast vollständig. Nur noch Basmati-Reis darf seit Anfang April exportiert werden. Und selbst in China, dem weltweit größten Reisproduzenten, ist die Lage schwierig. Das Land sei so besorgt um die Sättigung der eigenen Bevölkerung, dass es auf Export vorerst ganz verzichte, sagte der Präsident des Internationalen Reisforschungsinstitus, Robert Zeigler.
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14.04.2008 / afp / mp
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