Der Uranbergbau für Kraftwerke birgt eine Krebsgefahr
Collin Tatz: "Unglaublich hohe Zahl von Lungenkrebs-Kranken unter Aborigines"
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Der Uranabbau für die angeblich ökologisch so wertvollen Atomkraftwerke gefährdet die Gesundheit der Bergleute und schadet der Umwelt in der Umgebung der Uranminen. Prof. Collin Tatz vom Institut für Aborigine-Studien hat die Umgebung der "Ranger Mine" untersucht, in der das Unternehmen "Energy Ressources of Australia" das Erz fördert: "Es gibt eine unglaublich hohe Zahl von Lungenkrebs-Kranken in der Umgebung." Die Ureinwohner erkrankten doppelt so oft an Krebs wie sonst in Australien.
Mehrfach - die Umweltbehörden Australiens haben das dokumentiert - ist radioaktiv verseuchtes Wasser aus der Mine ausgetreten. Dennoch behaupten Firmensprecher, die Lebensweise der Ureinwohner Australiens sei schuld. "Den gleichen schlechten Lebensstil haben auch andere Aborigines in Nordaustralien", widerspricht Tatz. "Aber nur diese haben eine Uranmine vor der Tür, und nur hier haben sich die Krebsraten verdoppelt."
Der Uranabbau in der ehemaligen DDR wird nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) noch zu mehreren tausend Lungenkrebs-Toten führen. Bergarbeiter, die beim Uranabbau radioaktives Radon hätten einatmen müssen, würde länger als bislang angenommen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko in sich tragen, erklärte BfS-Präsident Wolfram König. Von den 59.000 deutschen Uranbergarbeitern, die man für eine Studie erfasst habe, würden voraussichtlich weitere 4000 an Lungenkrebs sterben. Bislang seien bereits 3000 von ihnen dem Krebsleiden erlegen. Bei der neuen Untersuchung des BfS handelt es sich nach Angaben von König um die weltweit bislang größte Uranbergarbeiterstudie.
Neben den Schicksalen von insgesamt 59.000 deutschen Bergarbeitern wurden dafür auch Erkrankungen von weiteren 59.000 Uranbergarbeitern aus elf anderen Ländern erfasst. Die Studie korrigiere vor allem die Annahme, dass das Lungenkrebsrisiko mit zunehmender Zeit deutlich abnehme, meinte der BfS-Präsident. Das höchste Krebsrisiko bestehe erst 15 bis 24 Jahre nach der Strahlenbelastung und verringere sich in der Folgezeit langsamer als bislang angenommen.

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Jahresbericht 2006 (PDF) von Euratom
BEIR: Zusammenfassung einer Meta-Studie zur Wirkung von niedrigen Dosen ionisierender Strahlung Das Bundesamt für Strahlenschutz hat häufig gestellte Frage * BEIR: Zusammenfassung einer Meta-Studie zur Wirkung von niedrigen Dosen ionisierender Strahlung * BEIR: Zusammenfassung einer Meta-Studie zur Wirkung von niedrigen Dosen ionisierender Strahlung (PDF)
Bericht der russischenn Fachzeitschrift Besopasnost okruzhajushej sredi" ("Umweltsicherheit") (PDF)
Bericht des "Blacksmith Institute": "The Top Ten of the Dirty Thirty" (PDF)

08.02.2008 / mp mit Material von dpa
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