LSD
Psychotherapeut Peter Gasser: Drogen können manchmal auch helfen
Drogen für die Psychotherapie
Krebspatienten sollen unter Drogeneinfluss zugänglicher für die Therapie werden
Der Schweizer Psychotherapeut Peter Gasser hat mit zwölf unheilbar an Krebs erkrankten Patienten einen
LSD
-Versuch durchgeführt.
"Das LSD ist eingebettet in eine konventionelle Psychotherapie", schildert Gasser. "Die Patienten kommen in eine Psychotherapie, wo alles besprochen und nachbesprochen wird. Dabei mache ich zwei ganztägige Sitzungen mit LSD, die in meiner Praxis im Beisein einer zusätzlichen Therapeutin stattfinden." "Es ist ein intensiver Wachbewusstseinszustand wie ein intensiver Tagtraum mit gesteigerter Wahrnehmung bezüglich Sehen und Hören", schildert Gasser. "Der Patient ist wach, meistens still, liegt auf einer bequemen Matratze, wir wechseln zwischen Musik und Ruhe sowie kurzen Gespräche, bis die Wirkung nach acht Stunden vorbei ist."
Der Psychotherapeut hofft, dass die Patienten zugänglicher für eine Therapie werden: "Menschen, die den Tod vor Augen haben, haben ein Bedürfnis, mit sich ins Reine zu kommen, Dinge zu klären, das Leben in einer Gesamtschau zu sehen und den Wunsch nach einer spirituellen Erfahrung der Verbundenheit. Solche Erlebnisse können bei LSD sehr häufig vorkommen." Das synthetisch hergestellte Rauschgift LSD (Lysergsäurediäthylamid) gilt als das stärkste bekannte Halluzinogen. Schon in Millionstel-Gramm-Dosierungen entfaltet LSD seine Wirkung, die etwa acht bis zwölf Stunden anhält.
Bei den Konsumenten treten starke Bewußtseinsveränderungen auf: Perspektiven verzerren sich, Farbwahrnehmungen und Körpergefühl verändern sich. Die Wirkung ist stark von der seelischen Verfassung abhängig. So können auch Panik, Wahnvorstellungen und Todesangst eintreten ("horror trip"). Bei anfälligen Menschen können Überdosierungen Psychosen auslösen. Halluzinogene "Echo-Effekte" ("flash backs") treten gelegentlich noch Monate nach dem Konsum auf.
Die Ethikkommission des Kantons Aargau, Swissmedic und das Bundesamt für Gesundheit haben den Versuch bewilligt. "Das Hauptfragezeichen betraf die spezielle Situation dieser Patienten", schildert Elisabeth Grimm-Bättig, Präsidentin der Ethikommission. " Sie wissen, dass sie nicht mehr lange leben. Und wie werden die Patienten aufgeklärt über Nutzen und Risiken eines schlechten Trips, so dass sie es verstehen und nicht unter Druck fühlen?"
Vor 35 Jahren haben Fachleute in den USA das letzte Mal mit LSD an schwer kranken Menschen geforscht, dann wurde die Forschung mit LSD verboten. In den 1960er und 1970er Jahren hatten Versuche gezeigt, dass LSD eine positive Wirkung auf Patienten hat, die an schmerzhaften Krankheit im letzten Stadium leiden. Forscher in Hannover und Köln testen halluzinoge Drogen am Menschen, um Psychosen besser verstehen zu können.
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"nano spezial": "Rausch"
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Sehen Sie den Beitrag "Rauschforschung als ein Weg, die Psyche zu erkunden" vom 25. September 2007 in unserer Mediathek
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