Installationsarbeiten Video
Nach einem Jahr Wartung und Reparatur läuft der Cern-Beschleuniger wieder
Das Cern folgt wieder den Spuren des Urknalls
Teilchenbeschleuniger nach Panne wieder in Betrieb
Nach einem Jahr Stillstand kreisen wieder Teilchen im "Large Hadron Collider" des Europäischen Kernforschungszentrums (Cern). So wollen Forscher dem Urknall und dem Higgs-Teilchen auf die Spur kommen.
Im unterirdischen Tunnel des LHC sind zwei tiefgekühlte, kreisrunde Röhren verlegt, in denen Atomkerne fast mit Lichtgeschwindigkeit kreisen. An einigen Stellen können sich die gegenläufigen Strahlen überschneiden und die Kerne mit bislang unerreichter Energie kollidieren. Im Trümmerregen dieser Kollisionen suchen die Forscher mit haushohen Nachweisgeräten nach bislang unentdeckten Elementarteilchen. So hoffen sie unter anderem auf Spuren des Higgs-Bosons, das der gängigen Theorie zufolge aller Materie ihre Masse verleihen soll und oft als "Teilchen Gottes" bezeichnet wird.

Das Higgs-Teilchen gilt als letztes fehlendes Glied in der Standardtheorie und hat nach den Beobachtungen der Genfer Wissenschaftler eine Masse von 114 Giga-Elektronenvolt. Trotz aufwendiger Experimente konnte die in einer Theorie bereits vor 30 Jahren angenommene Existenz des Higgs-Bosons bisher noch nicht nachgewiesen werden.

Aufwändiges Kühlsystem für minus 271 Grad Celsius
Frost an Kühlungsanlage Video
Supraleiter mögen's kalt
Der LHC ist der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. Vieles an dieser Maschine ist einmalig, größtenteils maßgefertigt, und alles ist hoch kompliziert. Der Beschleuniger hatte seine Betriebstemperatur von minus 271 Grad Celsius (1,9 Grad Kelvin) am 8. Oktober 2009 erreicht. Erste Teilchen wurden am 23. Oktober in die Maschine gegeben, die jedoch noch nicht zirkulierten. Der "Large Hadron Collider" war zwar am 10. September 2008 mit einem Bilderbuchstart in Betrieb gegangen. Nur neun Tage später jedoch legte eine schwere Panne im Kühlsystem den unterirdischen Beschleuniger lahm.

Eine lange Zeit der Reparatur folgte, zur offiziellen Eröffnung im Oktober 2008 war die Anlage abgeschaltet. Die Arbeiten dauerten länger als zunächst erwartet.

Glossar
Cern - auf der Suche nach Gottes Teilchen
Mit 10.000 Forschern und Angestellten sowie einem Jahresbudget von 1,3 Milliarden Franken ist das Cern ("Centre Européen pour la Recherche Nucléaire") so groß wie eine kleine Stadt. Es liegt in der Schweiz.
Links
"Das größte Experiment der Welt: Cern" - Abenteuer Wissen im ZDF vom 4. Juni 2008
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03.11.2000, zuletzt aktualisiert am 23.11.2009 / dpa / mp